Prozess: «Tiergartenmord» an Georgier beginnt am 7. Oktober

Prozess: «Tiergartenmord» an Georgier beginnt am 7. Oktober

Gut ein Jahr nach dem Mord an einem Georgier mitten in Berlin beginnt am 7. Oktober der Prozess gegen den Tatverdächtigen. Dem 55-jährigen Russen werde Mord und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt, teilte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch (2. September 2020) mit.

Kammergericht Berlin

© dpa

Innenaufnahme des Berliner Kammergerichts am Kleistpark.

Der Fall wird demnach vom 2. Strafsenat des Kammergerichts verhandelt, der für Staatsschutzsachen zuständig ist. Für den Prozess sind 25 Verhandlungstermine bis zum 27. Januar 2021 festgesetzt. Am 23. August 2019 war ein 40-jähriger Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit im Kleinen Tiergarten in der Nähe des Regierungsviertels aus nächster Nähe von einem Fahrrad aus erschossen worden. Der tatverdächtige Russe wurde noch am selben Tag gefasst und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Verdacht des Auftragsmordes steht im Raum

Der sogenannte Tiergartenmord hatte eine Krise in den deutsch-russischen Beziehungen ausgelöst. Im Raum steht der Verdacht, dass die russische Regierung den Mord in Auftrag gegeben hat. Die Bundesanwaltschaft hatte Mitte Juni Anklage erhoben und geht davon aus, dass der Täter von «staatlichen Stellen der Zentralregierung der Russischen Föderation» beauftragt wurde. Die Bundesregierung hatte Russland schon im Dezember fehlende Kooperation bei der Aufklärung des Mordes vorgeworfen und deshalb zwei russische Diplomaten ausgewiesen. Moskau hatte mit der Ausweisung zweier deutscher Diplomaten reagiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 2. September 2020 15:24 Uhr

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