Brand in Lichtenberger Kiezkneipe: Behrendt gegen Antisemitismus

Brand in Lichtenberger Kiezkneipe: Behrendt gegen Antisemitismus

Nach dem Brand in der Kiezkneipe «Morgen wird besser» in Lichtenberg hat Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) jede Form von Antisemitismus verurteilt. Behrendt sprach am Dienstagabend (18. August 2020) auf einer Kundgebung vor dem Lokal, wie ein Sprecher der Justizverwaltung auf Anfrage sagte.

Dirk Behrendt (Die Grünen)

© dpa

Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis 90/Die Grünen) spricht.

Die Kneipe war am vergangenen Freitag in Flammen aufgegangen, die Polizei geht inzwischen von einem Brandanschlag aus und prüft nach einer Mitteilung vom Dienstag mittlerweile auch, ob die Tat einen antisemitischen Hintergrund hat. Der Besitzer des Lokals soll Jude sein. Zu der Kundgebung hatte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) aufgerufen. Anwohner des Hauses in der Hagenstraße, in dem die Kneipe untergebracht ist, hatten am Freitagmorgen gegen 6.20 Uhr die Feuerwehr alarmiert, die die Flammen löschen konnte. Unter anderem brannte laut Polizei ein Sofa. Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos, Hanna Reichhardt, schrieb am Sonntag auf Twitter von einem «rechtsradikalen Brandanschlag» auf ihre Stammkneipe, die einen jüdischen Besitzer habe.

Umgebung der Kneipe als Nazi-Hochburg bekannt

Laut einem Bericht der «B.Z.» brachen die Täter mit einem Brecheisen ein Fenster des Lokals auf und verwüsteten es. Die Flammen hätten fast auf das gesamte Inventar übergegriffen. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus veröffentlichte bei Twitter ein Video, das den Brandort zeigen soll. Dort zu sehen: eine verkohlte Wand und ein verbranntes Sofa sowie der verwüstete Innenraum. Laut «B.Z.» und «Tagesspiegel» war es nicht die erste Attacke auf die Kneipe. Sie befindet sich in der Nähe des Weitlingkiezes, der in den Nuller-Jahren als Nazi-Hochburg in die Schlagzeilen geriet. Unter anderem gab es Anschläge auf türkischstämmige Linken-Politiker und einen Dönerbuden-Besitzer. Im März 2010 ging das Auto der Linken-Politikerin Evrim Baba vor ihrer Wohnung in Flammen auf.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 19. August 2020 08:35 Uhr

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