Grünen-Fraktion: Bessere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt

Grünen-Fraktion: Bessere Maßnahmen gegen häusliche Gewalt

Die Berliner Grünen-Fraktion fordert vom Senat, mehr gegen häusliche Gewalt zu unternehmen. In der Hauptstadt gebe es jährlich mehr als 14 000 erfasste Fälle, die Dunkelziffer sei viel höher.

Häusliche Gewalt

© dpa

Ein als Silhouette abgebildeter Mann droht einer Frau mit der Faust.

Während der Corona-Pandemie nehme besonders die Gewalt gegen Kinder noch zu, teilte die Fraktion am Mittwoch (12. August 2020) mit. In zwei Anträgen ans Abgeordnetenhaus fordert sie ein Childhood-Haus nach skandinavischem Vorbild. Dort werden Kinder und Jugendliche, die Opfer häuslicher Gewalt werden, medizinisch und psychologisch betreut. In Berlin könnte es nach den Vorstellungen der Grünen an der Kinderschutzambulanz der Charité am Virchow-Klinikum einen Platz finden. In dem Childhood-Haus könnten Untersuchungen, psychologische Hilfen, Erstbefragungen durch die Polizei und richterliche Video-Vernehmungen stattfinden.

Zahl der Kindesmisshandlungen im ersten Halbjahr 2020 um ein Fünftel gestiegen

Außerdem setzen sich die grünen Abgeordneten dafür ein, die Zahl der speziell gegen häusliche Gewalt geschulten Einsatzkräfte der Berliner Polizei zu erhöhen. Gleichzeitig sollten Schutzpolizistinnen und -polizisten entsprechend sensibilisiert werden. In der Corona-Pandemie ist es in Berlin nach einer Zwischenbilanz von Anfang Juli zu einem deutlichen Anstieg der Gewalttaten zu Hause gekommen. Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 hat die Gewaltschutzambulanz nach eigenen Angaben einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnet. Die Zahl der Kindesmisshandlungen sei im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um gut ein Fünftel gestiegen (23 Prozent).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 12. August 2020 16:45 Uhr

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