Unfall in Neukölln: Verfahren gegen Polizeibeamten eingestellt

Unfall in Neukölln: Verfahren gegen Polizeibeamten eingestellt

Ein Polizeibeamter, der auf einer Einsatzfahrt in Neukölln mit einem anderen Auto zusammengestoßen war, bleibt straffrei. Das Amtsgericht Tiergarten stellte das Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt am Mittwoch (22. Juli 2020) gegen Zahlung einer Auflage von 1200 Euro ein.

Amtsgericht Tiergarten

© dpa

Das Amtsgericht Tiergarten. Foto: Christophe Gateau/Archiv

Eine Verkettung unglücklicher Umstände habe zu dem Unfall im November 2018 mit zwei Verletzten geführt, sagte die Richterin zur Begründung. So habe die Unfallgegnerin das Martinshorn nicht wahrnehmen können, weil sie Musik gehört habe und zudem von einem Laster abgeschirmt gewesen sei. Dem Angeklagten müsse bewusst sein, dass man an Kreuzungen langsam zu fahren habe.

Trotz Gefahrenbremsung kam es zu Kollision

Der Beamte war mit eingeschaltetem Blaulicht und Signalhorn sowie etwa 89 Kilometern pro Stunde bei Rot in die Kreuzung Lahnstraße/Mierstraße gefahren. Er habe den Bereich passieren wollen, ohne darauf zu achten, ob die anderen Verkehrsteilnehmer ihn bemerkt hatten, so die Anklage. Trotz Gefahrenbremsung sei es zu einer Kollision mit einem bei Grün in die Kreuzung einfahrenden Auto gekommen. Dessen 24-jährige Fahrerin sowie eine Fußgängerin wurden seinerzeit verletzt.

Opfer erlitt mehrere Frakturen

Der Beamte hatte erklärt, aus seiner Sicht hätten alle anderen Fahrzeuge an der Kreuzung gestanden. «Ich ging leider davon aus, dass alle auf das Blaulicht und das Martinshorn aufmerksam geworden waren.» Rechts habe er lediglich einen stehenden Lastwagen gesehen. Dass sich neben dem Lkw noch ein Auto befand, habe er nicht erkannt. Die Pkw-Fahrerin sagte als Zeugin, sie habe Musik im Auto gehört und kein Martinshorn wahrgenommen. Sie erlitt mehrere Frakturen.

Ähnlicher Fall soll ab Oktober verhandelt werden

Immer wieder sind Einsatz- und Rettungsfahrzeuge in Unfälle verwickelt. Der Fall eines Berliner Hauptkommissars, der im Januar 2018 mit seinem Polizeifahrzeug in das Auto einer 21-Jährigen gerast war, soll ab 27. Oktober verhandelt werden. Die junge Frau starb noch an der Unfallstelle in der Nähe des Alexanderplatzes.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. Juli 2020 15:57 Uhr

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