Weizsäcker-Mordprozess: Plädoyers und Urteil erwartet

Weizsäcker-Mordprozess: Plädoyers und Urteil erwartet

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Berliner Chefarztes Fritz von Weizsäcker soll heute in seine Schlussphase gehen. Die Plädoyers und auch die Verkündung eines Urteils seien vorgesehen, gab das Landgericht bei der Verhandlung am Montag (07. Juli 2020) bekannt.

Blick auf die Justitia am Eingang des Kriminalgerichts Moabit

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Blick auf die Justitia am Eingang des Kriminalgerichts Moabit.

Allerdings ist offen, ob die Verteidiger noch einen Antrag im Zusammenhang mit dem psychiatrischen Gutachten über den Angeklagten stellen werden. Der 57-jährige Angeklagte, der dem Sachverständigen zufolge wegen einer psychischen Erkrankung bei der Tat in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich vermindert war, hatte von «Befangenheit» gesprochen.

Motiv des Täters: Hass auf den früheren Bundespräsidenten

Der jüngste Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker war am 19. November 2019 durch einen massiven Stich in den Hals gegen Ende eines Vortrags in der Schlossparkklinik Berlin getötet worden. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen hervorgerufen. Als Motiv nimmt die Staatsanwaltschaft Hass auf die Familie des Getöteten an, insbesondere auf den früheren Bundespräsidenten.

Angeklagter zeigte keine Reue

Dem Angeklagten aus Rheinland-Pfalz werden Mord an dem 59-jährigen Professor sowie versuchter Mord an einem Polizisten zur Last gelegt. Der Beamte, der privat zu dem Vortrag gekommen war, wollte den Angreifer stoppen und war erheblich verletzt worden. Der Angeklagte hat gestanden, jedoch keine Reue gezeigt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 8. Juli 2020 08:16 Uhr

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