Mann in Kreuzberg niedergestochen: Angeklagter schweigt

Mann in Kreuzberg niedergestochen: Angeklagter schweigt

Nach einem beinahe tödlichen Messerangriff auf einen 21 Jahre alten Mann in Berlin-Kreuzberg hat der Angeklagte vor dem Landgericht geschwiegen. Der 28-Jährige soll im Dezember 2019 nach einem Streit mehrfach auf das Opfer eingestochen und den ihm bekannten Mann lebensgefährlich verletzt haben. Erst als Zeugen eingegriffen hätten, habe der Angeklagte von dem 21-Jährigen abgelassen und sich entfernt, heißt es in der zu Prozessbeginn am Dienstag verlesenen Anklage.

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia

© dpa

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia.

Der 21-Jährige erklärte als erster Zeuge, er habe damals im selben Wohnheim wie der aus Gambia stammende Angeklagte gelebt. Kurz vor der Messerattacke sei der 28-Jährige zu ihm ins Zimmer gekommen und habe die Rückzahlung von 20 Euro gefordert, die er ihm geliehen habe. «Ich sagte ihm, dass ich erst Bargeld holen müsste, aber er wurde immer lauter», so der Zeuge. Schließlich habe der 28-Jährige von einem Mitbewohner 20 Euro erhalten. «Damit war die Sache erledigt», so der Zeuge. Einige Stunden später aber habe ihn der Angeklagte auf der Straße beschimpft und niedergestochen.
Durch mehrere Stiche wurde der 21-Jährige laut Anklage getroffen und unter anderem an der Lunge verletzt. Der Mann habe reanimiert werden müssen. Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung. Das Gericht gab den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Unterbringung des 28-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht komme. Der Prozess wird am 10. Juli fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. Juli 2020 13:48 Uhr

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