«Bist du der, auf den ich warte?»: Kokstaxi gestoppt

«Bist du der, auf den ich warte?»: Kokstaxi gestoppt

Ein sogenanntes Kokstaxi ist in Berlin einem Polizisten in Zivil aufgefallen und samt Fahrer aus dem Verkehr gezogen worden. Die Polizei fand 13 abgepackte Kokain-Portionen und 1000 Euro in bar, wie die Polizei am Montag (06. Juli 2020) twitterte.

Blaulicht auf Polizeifahrzeug

© dpa

ARCHIV ILLUSTRATION - Ein Blaulicht leuchtet auf einem Polizeifahrzeug.

Der Polizist außer Dienst, der mit seinem Auto in Kreuzberg hielt, war am Donnerstag von einem Mann angesprochen worden: «Bist du der, auf den ich warte?» Er verneinte, beobachtete dann aber, was weiter geschah. Ein anderes Auto hielt, der Mann stieg ein, wieder aus, kam erneut bei dem Polizisten vorbei und zeigte ihm freudig einen kleinen Kunststoffbehälter mit Kokain.

Drogen in Socke unter dem Gummibezug des Schaltknüppels versteckt

Der Polizist folgte daraufhin dem Wagen und informierte Kollegen, die den Koks-Lieferservice stoppten und durchsuchten. Die kleinen Plastikgefäße mit dem Kokain, sogenannte Mikroreaktionsgefäße oder auch «Eppendorfer» genannt, lagen in einer schwarzen Socke unter dem Gummibezug des Schaltknüppels. Marihuana, Kokain und Amphetamin-Pillen werden in Großstädten seit Jahren von Kunden auch über das Internet bestellt und von den Dealern in unauffälligen Kleinwagen ausgeliefert. Das Rauschgift wird mit Code-Bezeichnungen in bestimmten Kanälen des Messengers Telegram angeboten.

Messenger Telegram dient als Verkaufsplattform

«Order to your adress, pay only with Cash», hieß es dazu etwa am Montag in einem Kanal mit mehr als 2000 Abonnenten. Dann folgte das «Todays Menu» mit verschiedenen Marihuana-Sorten und anderen Angeboten. In einem anderen Kanal mit sogar 8000 Followern stand: «All day from 12:00/22:00. Lieferung ab 50 Euro.» Für die Kunden werden Telegram-Kennungen für deren schriftliche Bestellungen angegeben, zum Teil sortiert nach Stadtteilen. Die Polizei kennt diese Lieferdienste natürlich, tut sich aber schwer mit der Strafverfolgung. Die Server von Telegram stehen im Ausland. Die Ausfahrer sind nur Kleindealer, die Konsumenten strafrechtlich wenig interessant und an die Hintermänner kommt man erfahrungsgemäß nur schwer heran.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 6. Juli 2020 16:36 Uhr

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