In Vereinskasse gegriffen: Bewährungsstrafe wegen Untreue

In Vereinskasse gegriffen: Bewährungsstrafe wegen Untreue

Weil er als Geschäftsführer eines Berliner Vereins über Jahre hinweg in dessen Kasse gegriffen hatte, ist ein 62-Jähriger zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Gericht

© dpa

Der Eingang vom Amtsgericht Tiergarten mit Schriftzug des Gerichts und dem Berliner Wappen.

Rund 62 000 Euro habe der Angeklagte in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit veruntreut, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Mittwoch seine Entscheidung. Einnahmen aus Schwimmkursen habe er nicht dem Vereinsvermögen zugeführt, sondern für private Zwecke verwendet. Der Mann, bei dem es sich um einen Beamten handelt, hatte zuvor gestanden. Er habe sich in einer finanziellen Notsituation befunden.

Seit Frühjahr 2018 erfolgt Rückzahlung des veruntreuten Geldes

Ihm wurden insgesamt 98 Taten in der Zeit von Januar 2014 bis November 2017 zur Last gelegt. In seiner damaligen Funktion als Geschäftsführer des eingetragenen Vereins sei er auch für die Verwaltung von Einnahmen für Seepferdchen- und Rettungsschwimmkurse gewesen, so die Anklage. Seit Frühjahr 2018 habe der Beamte mit der Rückzahlung des veruntreuten Geldes begonnen, hieß es im Prozess.

Angeklagter zeigte sich selbst an

Der 62-Jährige hatte erklärt, nach der Trennung von seiner ersten Ehefrau sei er in Schulden geraten. Die in der Beziehung aufgenommen Darlehen habe er allein tilgen müssen. Als auch ein Nebenjob nicht half, habe er immer wieder Bargeld aus der Vereinskasse genommen. Damals hätten die Prüfmechanismen nicht funktioniert. Vor einer geplanten Prüfung habe er sich dann selbst bei seinem Bezirksleiter gemeldet und die Taten offenbart. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung von Wertersatz in Höhe des erlangten Betrages an. Das Urteil wegen gewerbsmäßiger Untreue entsprach den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 1. Juli 2020 16:36 Uhr

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