Späti-Inhaber niedergeschossen: Vorwürfe zurückgewiesen

Späti-Inhaber niedergeschossen: Vorwürfe zurückgewiesen

Knapp ein Jahr nach einem Überfall auf einen Spätkauf in Charlottenburg, bei dem der Inhaber durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt wurde, stehen zwei Männer vor dem Landgericht.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand

© dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Ein 27-Jähriger erklärte zu Prozessbeginn am Mittwoch (17. Juni 2020), er habe die Tat nicht begangen. Es treffe allerdings zu, dass er kurz zuvor mit dem Mitangeklagten sowie dem mutmaßlichen Schützen in einem Auto unterwegs gewesen sei. Der 25 Jahre alte Mitangeklagte kündigte eine Aussage zu einem späten Zeitpunkt an.

Opfer in die Brust geschossen, Täter ohne Beute geflohen

Die Angeklagten sollen im Juli 2019 mit einem 28-jährigen Komplizen versucht haben, das Geschäft auszurauben. Der 27-Jährige sowie der mutmaßliche Schütze hätten laut Ermittlungen den Laden betreten. Der gesondert verfolgte Mann habe eine halbautomatische Pistole auf den 36 Jahre alten Inhaber gerichtet und Geld gefordert. Als der Bedrohte nach einer unter dem Tresen aufbewahrten Machete gegriffen habe, habe der 28-Jährige dem Opfer in die Brust geschossen. Ohne Beute seien die Täter geflohen. Der 25-Jährige habe im Fluchtauto gewartet.

28-jähriger Haupttäter bereits zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt

Der Spätkauf-Inhaber sagte nun, plötzlich habe ein maskierter Mann vor ihm gestanden. «Er verlangte Geld, ich wollte zur Kasse, da schoss er schon.» Er habe dann zwei Täter weglaufen sehen. Durch den Schuss sei er lebensgefährlich an der Lunge verletzt worden. Der 27 Jahre alte Angeklagte erklärte weiter, eigentlich seien sie in der Tatnacht unterwegs gewesen, um Alkohol zu besorgen. Als der 28-Jährige ausstieg, sei er ihm mit Abstand gefolgt. «Dann sah ich durch die Scheibe, wie er eine Waffe auf den Mann richtete.» Der 28-Jährige ist in einem gesonderten Verfahren bereits wegen versuchten Totschlags zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter wird am 19. Juni fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Juni 2020 16:08 Uhr

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