Frau in Drogerie rassistisch beleidigt? Aufklärung gefordert

Frau in Drogerie rassistisch beleidigt? Aufklärung gefordert

Nachdem eine schwarze Frau in einer Drogerie rassistisch beleidigt worden sein soll, hat der Linken-Politiker Hakan Taş Aufklärung auch zum Vorgehen von Polizisten gefordert. Die Polizeiführung und Innensenator Andreas Geisel (SPD) müssten «gerade in solchen kritischen Zeiten» ihrer Verantwortung gerecht werden, sagte Taş am Freitag (12. Juni 2020) der Deutschen Presse-Agentur.

Polizei Blaulicht

© dpa

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife.

«Das darf man nicht so stehen lassen.» Laut Polizei prüft eine interne Beschwerdestelle den Fall, zwei Beamte würden zu dem Einsatz befragt. Wann ein Ergebnis vorliege, sei offen.

Kassiererin hielt die Frau aufgrund ihres deutschen Nachnamens für Betrügerin

Wie mehrere Medien berichteten, soll die Frau beim Bezahlen des Betrugs beschuldigt worden sein: Die Kassiererin habe den deutschen Nachnamen auf der Bankkarte der Kundin für unvereinbar mit deren Hautfarbe gehalten, so der Vorwurf. Taş postete im Netz ein Video mit Schilderungen der Betroffenen - aufgenommen nach dem Vorfall am Abend des 9. Juni vor der Filiale an der Tauentzienstraße, wie er sagte. Er sei zufällig vorbeigekommen und auf eine Menschenansammlung rund um die teils weinende Frau aufmerksam geworden. Sie habe auch ihm von dem Vorfall berichtet: Angeblich hätten die Polizisten ihren Worten keinen Glauben geschenkt, ihr die Schuld zugewiesen und ihr gedroht.

Polizei soll dem Opfer zunächst nicht geglaubt haben

Die Polizei nahm eine Strafanzeige gegen die Kassiererin auf und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung mit rassistischer Motivation ein, wie die Behörde bei Twitter schrieb. Noch seien nicht alle Informationen zusammengetragen. «Wenn sich der Vorfall so abgespielt hat, dann steht ein strafbares oder disziplinarwürdiges Verhalten unseres Kollegen im Raum», hieß es. Hakan Taş sagte, er habe die Polizisten vor Ort noch angetroffen und mit den Vorwürfen konfrontiert - etwa ob es stimme, dass sie die Anzeige der Kundin zunächst nicht aufgenommen und auch ihre Dienstnummer nicht angegeben hätten. Die Beamten hätten sich unter Verweis auf «laufende Ermittlungen» nicht weiter geäußert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 12. Juni 2020 15:42 Uhr

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