Betrug mit falschen Polizisten: Angeklagter schweigt

Betrug mit falschen Polizisten: Angeklagter schweigt

Falsche Polizisten sollen bei einer Betrugsserie in Berlin in 14 Fällen ältere Menschen getäuscht und um Vermögenswerte von insgesamt 800 000 Euro gebracht haben. Mit einem 26-Jährigen steht ein mutmaßliches Mitglied der Gruppierung seit Dienstag (09. Juni 2020) vor dem Landgericht der Hauptstadt.

Justizia

© dpa

Eine Statue der Justizia.

Der Mann habe als sogenannter Abholer fungiert, heißt es in der Anklage. In einem Fall seien bei einer 78-jährigen Frau Bargeld, Schmuck und Uhren im Wert von 350 000 Euro erbeutet worden. Der Verteidiger erklärte, sein Mandant werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Täter überredeten ältere Menschen zur Herausgabe ihrer Wertsachen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte in zwölf der angeklagten Fälle als Mitglied einer Bande agiert habe. Senioren seien von einem Callcenter in der Türkei aus angerufen worden. Dabei sei ein Verfahren eingesetzt worden, das es den Tätern ermöglichte, auf dem Display des angerufenen Telefons die Polizeirufnummer 110 anzeigen zu lassen. Angebliche Polizisten hätten sich gemeldet und den Opfern vorgegaukelt, es stünden Einbrüche bevor. Trickreich seien ältere Menschen dazu überredet worden, Wertgegensachen vor ihrer Haustür oder am Gartenzaun abzulegen - angeblich, um das Vermögen in Sicherheit zu bringen.

Gegenstände im Wert von mehreren 10 000 Euro erbeutet

Eine 96-jährige Berlinerin sei das älteste Opfer der mutmaßlichen Betrugsserie im September und Oktober 2019, so die Anklage. Bei der Seniorin soll der 26-Jährige nach Anrufen eines Komplizen Geld und Schmuck im Wert von insgesamt rund 80 000 Euro abgeholt haben. Ein 90 Jahre alter Rentner habe entsprechend der telefonischen Anweisungen 36 000 Euro in eine Tasche gepackt und eingebüßt. Der Angeklagte sei festgenommen worden, als er eine von einer 82-Jährigen an einem Eckgrundstück deponierte Tasche mit 10 000 Euro und Schmuck an sich genommen habe, sagte ein Polizist vor Gericht. Der Prozess wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs geht am 11. Juni weiter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Juni 2020 16:23 Uhr

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