Schüsse in Berliner Café: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Schüsse in Berliner Café: Angeklagter weist Vorwürfe zurück

Ein Jahr nach einer beinahe tödlichen Schießerei in einem Café in Schöneberg hat der Prozess gegen einen 42-Jährigen begonnen.

Prozessbeginn

© dpa

Er soll mit einem gesondert verfolgten Mittäter einen damals 54-Jährigen attackiert haben. Hintergrund sei eine Geldforderung gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Nach Schlägen habe der Komplize des Angeklagten seine scharfe Schusswaffe durchgeladen und mehrmals auf die Beine des 54-Jährigen gefeuert. Der 42-Jährige erklärte zu Prozessbeginn am Dienstag (05. Mai 2020), für die Tat sei der gesondert verfolgte Mann verantwortlich. Er habe dem Bekannten lediglich die Waffe aus der Hand genommen und die Pistole weggeworfen.
Zu dem Streit war es am späten Abend des 9. Mai 2019 gekommen. Die beiden mutmaßlichen Angreifer hätten «entsprechend einer verabredeten Vorgehensweise» agiert, heißt es in der Anklage. Zunächst habe der 42-Jährige dem Geschädigten mehrere Faustschläge in das Gesicht versetzt. Dann habe der gesondert verfolgte Mittäter mehrere Schüsse abgefeuert. Der inzwischen 55-Jährige habe erhebliche Verletzungen der Venen und Arterien des linken Beines erlitten.
Der Angeklagte erklärte weiter, er habe seinen Bekannten angeschrien, als dieser plötzlich geschossen habe. «Dann stand ich unter Schock und wollte nur weg.» Mehrfach habe er den Schützen gefragt, warum er geschossen habe. Sein Bekannter habe gesagt, dass er es auch nicht erklären könne. Der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz wird am 12. Mai fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. Mai 2020 16:04 Uhr

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