Staatsschutz ermittelt wegen Störung von Holocaust-Gedenken

Staatsschutz ermittelt wegen Störung von Holocaust-Gedenken

Wegen der Störung einer von der israelischen Botschaft organisierten Video-Gedenkveranstaltung mit einem Holocaust-Überlebenden ermittelt nun der Berliner Staatsschutz.

Israelische Botschaft

© dpa

Außenansicht der Botschaft von Israel.

Es sei ein Strafermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Verwendung verfassungswidriger Symbole eingeleitet worden, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch (22. April 2020) der Deutschen Presse-Agentur.

Störer zeigten Hitler-Bilder

Nach Angaben der israelischen Botschaft hatten die Störer bei der Veranstaltung am Vorabend des Holocaust-Gedenktages Hitler-Bilder gezeigt und antisemitische Slogans gerufen.

Unterbrechung der Zoom-Konferenz

Die Konferenz, die am Montag auf der Video-Plattform Zoom stattfand, musste deswegen unterbrochen werden. An ihr hatte der 1942 in den von den Nazis besetzten Niederlanden geborene Zvi Herschel teilgenommen. Seine Eltern wurden im Konzentrationslager Sobibór ermordet, während er von einer protestantischen niederländischen Familie aufgenommen wurde und überlebte.
Die Bundesregierung verurteilte die Störung der Veranstaltung scharf. Der Vorfall sei «eine Schande» und «ein widerlicher Akt», der «zutiefst beschämend» sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Bundesregierung sei fest entschlossen, jeder Form von Antisemitismus entgegenzutreten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 23. April 2020 08:38 Uhr

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