Schwere Bestechlichkeit: Justizvollzugsbeamter verurteilt

Schwere Bestechlichkeit: Justizvollzugsbeamter verurteilt

Ein Berliner Justizvollzugsbeamter ist wegen schwerer Bestechlichkeit zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

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Der 45-Jährige habe in neun Fällen gegen Geld Mobiltelefone in die Jugendstrafanstalt Plötzensee geschmuggelt, begründete das Landgericht am Freitag (27. März 2020). Der derzeit suspendierte Beamte wurde zudem des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig gesprochen. Bei mehreren dienstlichen Gelegenheiten seien rechte Tätowierungen auf seinen Unterarmen zu sehen gewesen. Außerdem habe er illegal zwei halbautomatische Pistolen besessen und somit gegen das Waffengesetz verstoßen.
Die Schmuggelware sowie das vereinbarte Entgelt für den Angeklagten hätten Besucher in der Zeit von April bis Juni 2019 in Schließfächern des Gefängnisses deponiert, hieß es weiter im Urteil. Der damals in der Jugendstrafanstalt tätige Beamte habe die Dinge an die jeweiligen Inhaftierten weitergeleitet - gegen etwa 60 Euro Lohn pro Tat. Im letzten Fall befanden sich laut Anklage auch kleinere Mengen Drogen in einer Tüte, die weitergegeben werden sollte. Der Beamte wurde allerdings auf frischer Tat gefasst.
Zu Prozessbeginn vor drei Wochen hatte der Angeklagte im Wesentlichen gestanden. Bei der verhängten Strafe sei berücksichtigt worden, dass der 45-Jährige seine Beamtenrechte verlieren werde, so das Gericht. Der Staatsanwalt hatte dreieinhalb Jahre Gefängnis gefordert. Der Verteidiger plädierte auf drei Jahre Haft.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 27. März 2020 13:57 Uhr

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