Cannabispflanzen auf Berliner Friedhof: Verurteilung

Cannabispflanzen auf Berliner Friedhof: Verurteilung

Weil er auf einem Friedhof in Berlin-Britz mehrere Cannabispflanzen deponiert und Drogen verkauft hat, ist ein 50-Jähriger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Landgericht Berlin

© dpa

Das Gebäude des Landgerichts Berlin in der Turmstraße am Freitag in Berlin.

Das Landgericht sprach den Mann am 24. Februar 2020 des bewaffneten Drogenhandels schuldig. Sein mitangeklagter Sohn wurde wegen Beihilfe verwarnt. Der 19-Jährige wurde angewiesen, an einem Kompetenztraining teilzunehmen. Der Vater habe auf einem Friedhof, auf dem er früher tätig gewesen sei, Drogen angebaut und einmal geerntet, so das Gericht. Es ging von einem minder schweren Fall aus. Beide Männer seien Ersttäter.
Der Vater hatte laut Anklage in seiner Wohnung in Berlin-Britz im November 2018 rund zwei Kilogramm Cannabis zum gewinnbringenden Verkauf gelagert. Zur Absicherung der Drogengeschäfte hätten eine Axt und ein Zimmermannshammer griffbereit gelegten. «Cannabispflanzen hingen auf einem Wäschetrockner, als wir die Wohnung durchsuchten», schilderte ein Polizeibeamter. Damals sei der Vater erkrankt und nicht zu Hause gewesen. Der anwesende Sohn habe zur Axt erklärt: «Hat der Papa da deponiert für ungebetene Gäste.»
Der Vater erklärte, er habe eine Woche vor der Durchsuchung erstmals Cannabis geerntet. Die Werkzeuge hätten sich wegen einer Renovierung in seiner Wohnung befunden. Als die Polizei kam, sei er im Krankenhaus gewesen. «Ich hatte meinen Sohn gebeten, dass er sich kümmern soll, wenn jemand etwas kaufen will.» Die Bemerkung zu dem damals 18-Jährigen, die Axt sei für ungebetene Gäste, sei lediglich ein Spaß gewesen. «Ich schäme mich, dass ich meinen Sohn gebeten hatte, für mich einzuspringen», so der Vater. Das Urteil entsprach im Wesentlichen den Anträgen von Staatsanwalt und Verteidigung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. Februar 2020 16:30 Uhr

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