Regierungskreise: Kein russisches Auslieferungsersuchen

Regierungskreise: Kein russisches Auslieferungsersuchen

Russland hat Deutschland nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen nicht um die Auslieferung des späteren Mordopfers vom Kleinen Tiergarten in Berlin gebeten.

Derartige russische Ersuchen seien der Bundesregierung nicht bekannt, hieß es am 10. Dezember 2019. Der Mann ist den deutschen Behörden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter drei verschiedenen Identitäten bekannt.
Der Georgier war im August im Kleinen Tiergarten erschossen worden, der inhaftierte Tatverdächtige mit russischem Pass schweigt zu den Vorwürfen. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den deutschen Behörden in der Nacht zum 10. Dezember bei einer Pressekonferenz zum Ukraine-Gipfel in Paris vorgeworfen, den «Verbrecher und Mörder» trotz entsprechender Gesuche nicht ausgeliefert zu haben.
«In Berlin wurde ein Krieger getötet, der in Russland gesucht wurde, ein blutrünstiger und brutaler Mensch», sagte Putin in Paris. Der Mann habe auf der Seite von Separatisten im Kaukasus gekämpft und dort alleine bei einem Anschlag den Tod von 98 Menschen verschuldet. Zudem sei er an einem Anschlag auf die Moskauer Metro beteiligt gewesen. Im Jahr 2010 hatte es zwei Sprengstoffattacken auf die U-Bahn in der russischen Hauptstadt gegeben.
Wegen des Verdachts, dass staatliche Stellen in Russland oder in der Teilrepublik Tschetschenien den Mord in Auftrag gegeben haben könnten, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall. Die Bundesregierung wies zwei russische Diplomaten aus, Russland kündigte im Gegenzug eigene Schritte an.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 11. Dezember 2019 09:04 Uhr

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