Verfahren eingestellt: Rabbiner lässt sich nicht entmutigen

Verfahren eingestellt: Rabbiner lässt sich nicht entmutigen

Es ging um einen antisemitischen Angriff, das Verfahren wurde eingestellt: Der attackierte Berliner Rabbiner Yehuda Teichtal will sich davon nicht entmutigen lassen. «Wir dürfen auf keinen Fall unser Jüdisch-Sein verstecken», sagte Teichtal am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Er warb für «Null-Toleranz gegenüber Intoleranz» und für aktive Prävention gegen Antisemitismus. «Eine Attacke gegen Juden ist eine Attacke gegen uns alle.» Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin war im Juli in Begleitung eines seiner Kinder von Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden.

Rabbiner Teichtal vor einem Solidaritätsgebet

© dpa

Rabbiner Yehuda Teichtal, aufgenommen vor Beginn eines Solidaritätsgebets.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, begründete die Einstellung des Verfahrens damit, dass die Verantwortlichen nicht zweifelsfrei festgestellt werden konnten. Es habe umfangreiche Ermittlungen mit Handyauswertungen und Zeugenvernehmungen gegeben.
Teichtal sagte, er habe Respekt vor der Gesetzeslage, sei aber mit der Entscheidung nicht glücklich. Hätte man hier erfolgreich ermittelt, wäre das eine Botschaft an andere Täter gewesen, so der Rabbiner. Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchte den Rabbiner nach dem Übergriff und brachte dabei seine Abscheu über die Tat zum Ausdruck.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 28. Oktober 2019 16:17 Uhr

Weitere Polizeimeldungen