Gutgläubige Kleininvestoren betrogen? Angeklagte schweigen

Gutgläubige Kleininvestoren betrogen? Angeklagte schweigen

Sechs Männer, die an einem betrügerischen System mitgewirkt und gutgläubige Kleininvestoren um eingezahlte Einlagen gebracht haben sollen, haben vor dem Berliner Landgericht zunächst geschwiegen.

Landgericht Moabit

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Die Angeklagten sollen 2009 und 2010 unter Täuschungen Interessenten dazu veranlasst haben, Beträge bis zu 22 000 Euro als «stille Einlagen» in eine Immobilien-Firmengruppe zu investieren. Von Anfang an sei beabsichtigt gewesen, «dass mit diesen Einlagen keinerlei Investitionen getätigt werden», heißt es in der am Donnerstag (24. Oktober 2019) zu Prozessbeginn verlesenen Anklage.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass in 38 Fällen ein Schaden von insgesamt 685 000 Euro entstanden sei. Der mutmaßliche Schwindel sei über zur Täuschung erdachte Konstrukte erfolgt. Urheber seien zwei 47 Jahre alte Angeklagte gewesen. Sie hätten Kleinanleger dazu veranlassen wollen, dem von ihnen geleiteten Unternehmen Geld «zinslos und ohne Anspruch auf Rückgewähr zur Verfügung zu stellen».
Die weiteren Angeklagten sollen als Geschäftsführer beziehungsweise Mitarbeiter der beteiligten Firmen an den mutmaßlichen Betrügereien mitgewirkt haben. Ab Mai 2010 hätten drei Angeklagte die Insolvenz der Gesellschaft vorbereitet, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorgelegen hätten. Ihnen sei bewusst gewesen, dass eine Insolvenz bei den 60 Anlegern zum Totalverlust ihrer eingezahlten Einlagen von insgesamt fast einer Million Euro bedeuten würde.
Im Vorfeld des Prozesses hatten Verteidiger eine Einstellung des Verfahrens angeregt. Die Verhandlung wird am 28. Oktober fortgesetzt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 25. Oktober 2019 08:17 Uhr

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