Mutmaßliche Autoschieber vor Gericht: Polizist mitangeklagt

Mutmaßliche Autoschieber vor Gericht: Polizist mitangeklagt

Gegen eine mutmaßliche Bande von international organisierten Autoschiebern hat in Berlin der Prozess vor dem Landgericht begonnen. Mitangeklagt ist ein suspendierter Polizist aus der Hauptstadt. Die Gruppe soll hochwertige Fahrzeuge entwendet oder von Dritten gestohlene Wagen frisiert, mit gefälschten Papieren ausgestattet und dann im In- und Ausland weiterverkauft haben. Der erste Verhandlungstag endete am Montag nach mehreren Verteidiger-Anträgen, noch bevor die 120 Straftaten umfassende Anklage verlesen wurde.

Landgericht Berlin

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Der Eingang des Landgerichts Berlin mit dem Schriftzug des Gerichts. Foto: Taylan Gökalp/Archiv

Mehrere der acht Angeklagten waren im Dezember 2018 bei einer Großrazzia gegen die mutmaßliche Bande festgenommen worden, darunter der 47-jährige Beamte. Damals erfolgten Durchsuchungen in Berlin sowie in Brandenburg und Niedersachsen. Die Maßnahmen seien mit Europol koordiniert worden und stünden in Zusammenhang mit Ermittlungen, die bis nach Frankreich und Algerien reichten, hieß es.
Im Prozess geht es um Taten in der Zeit von März 2016 bis September 2018. Die Anklage lautet unter anderem auf gewerbs- und bandenmäßigen Diebstahl, Hehlerei und Urkundenfälschung. Die Tatbeiträge der 23- bis 55-jährigen Männer seien unterschiedlich ausgefallen. Der 47-jährige Polizeibeamte soll auch unberechtigte Abfragen in den polizeilichen Datensystemen veranlasst und dafür Geld genommen haben.
Das Landgericht stellte am ersten Prozesstag das Verfahren gegen einen 31-jährigen Angeklagten in Hinblick auf eine bevorstehende Verurteilung in einem anderen Verfahren ein. Zudem beantragten die Verteidiger eines 23-Jährigen, das Verfahren gegen ihren Mandanten einzustellen. Im Falle eines 42-Jährigen gebe es gesundheitliche Probleme. Der Prozess geht am 19. September weiter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. September 2019 13:20 Uhr

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