Kreuzberger Bürgermeisterin: Berliner Parks sind gefährlich

Kreuzberger Bürgermeisterin: Berliner Parks sind gefährlich

Die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), hält die Parks in der Hauptstadt in den Nachtstunden für gefährlich.

Monika Herrmann

© dpa

Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, nimmt an einer Pressekonferenz teil.

«Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben, aber das ist mir als Frau zu gefährlich», sagte Herrmann der Zeitung «Die Welt» vom 12. September 2019, auf die Frage, ob sie in der Dunkelheit durch den Görlitzer Park in Kreuzberg laufe. Sie gab zu, dass der Zustand in dem Park «nicht tragbar» sei. Es sei aber Aufgabe der Polizei das zu ändern, das Bezirksamt könne sich nur mit der Lage arrangieren.
Im Görlitzer Park stehen seit Jahren Dutzende Dealer, meist afrikanischstämmige Männer, und verkaufen Marihuana an Touristen, Club- und Kneipenbesucher. Auch Kokain und Ecstasy wurden gefunden. Gefährlich sind Parks in Berlin jedoch weniger wegen der Dealer, die Parkbesucher zwar ansprechen, aber nicht angreifen. Diebstähle und Überfälle auf Touristen und andere Spaziergänger werden eher von anderen Gruppen verübt. Dass es in Parks nachts gefährlich werden kann, gilt auch in anderen Großstädten.
Herrmann war kürzlich wieder kritisiert worden, weil sie gesagt hatte, der Bezirk wolle in dem Park keine Gruppe ausgrenzen und vertreiben, das gelte auch für die Dealer. Nach einem Bericht der Zeitung «B.Z.» soll es am Samstag im Park ein Fußballturnier geben, an dem auch Dealer teilnehmen sollen.
Die Polizei geht immer wieder mit Razzien und Suchhunden gegen den Drogenhandel vor. Weil in Berlin aber jeder Erwachsene bis zu 15 Gramm Marihuana dabei haben darf, ohne dass er bestraft wird, hat die Polizei es schwer. Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) hatte im August einen Vorschlag bekannt gegeben, wonach der Park besser umzäunt und nachts geschlossen werden könne. Der Bezirk befürchtet aber eine weitere Verlagerung des Drogenhandels in die Umgebung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. September 2019 15:47 Uhr

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