Mordprozess gegen Rocker: Erklärung statt Plädoyer

Mordprozess gegen Rocker: Erklärung statt Plädoyer

Im Berliner Mordprozess gegen Rocker der Hells Angels wegen tödlicher Schüsse in einem Wettbüro haben die Anwälte von sieben der zehn Angeklagten anstelle eines Plädoyers eine gemeinsame Erklärung abgegeben.

Landgericht Moabit

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Die fast fünfjährige Verhandlung stelle sich aus ihrer Sicht als eine «einzige Bemühung des Gerichts zur Verteidigung und Bestätigung seiner früh, zu früh gewonnenen Überzeugung dar», verlas einer der Anwälte am Donnerstag, den 5. September 2019. Zum Urteil könnte es nach Planungen des Landgerichts Ende Oktober kommen.
Die Staatsanwaltschaft hatte für acht der zehn Angeklagten auf lebenslange Freiheitsstrafen plädiert. Sieben der Männer hätten sich des gemeinschaftlichen Mordes schuldig gemacht, hieß es vor wenigen Tagen im Plädoyer der Ankläger. Ein 35-Jähriger, der als Chef der Rockergruppierung gilt, habe den Anschlag auf einen 26 Jahre alten Mann aus Rache in Auftrag gegeben habe. Er sei der Anstiftung zum Mord schuldig zu sprechen.
In der Erklärung der Verteidiger hieß es, sie würden ein klassisches Plädoyer für sinnlos halten. So seien Beschlüsse der Richter im Laufe des Verfahrens immer Länger geworden, «weil man alles Entlastende, was diese Hauptverhandlung zu Tage gefördert hat, für unbeachtlich erklären und weg argumentieren musste». Ihre Erklärung sei «der letzte Versuch, der Stimme der Vernunft Gehör zu verschaffen».
13 teils vermummte Männer waren am 10. Januar 2014 hintereinander in das Wettspiel-Café in Berlin-Reinickendorf marschiert. Der Mann an der Spitze hielt eine Pistole in der Hand und feuerte auf den 26-jährigen Geschädigten. Der Anschlag vor laufenden Überwachungskameras dauerte 25 Sekunden. Der Prozess geht am Donnerstag weiter.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 6. September 2019 08:46 Uhr

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