Linksfraktionschef: Rechtsterrorismus wird unterschätzt

Linksfraktionschef: Rechtsterrorismus wird unterschätzt

Die Gefahr von Rechtsterrorismus wird aus Sicht des Berliner Linksfraktionschefs Udo Wolf in Deutschland trotz NSU-Erfahrungen nicht ernst genug genommen. «Was ich dramatisch finde ist, wie insbesondere die politische Mitte und die Mitte der Gesellschaft den Rechtsterrorismus weiterhin unterschätzt», sagte der Politiker am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Udo Wolf (Linke)

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Udo Wolf, Fraktionsvorsitzender Die Linke im Abgeordnetenhaus Berlin, hält eine Rede. Foto: Gregor Fischer/Archivbild

Anfang Juni war der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke getötet worden. Unter dringendem Tatverdacht sitzt ein 45-Jähriger in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.
Wolf bemängelte auch, dass aus der Union weder auf Bundes- noch auf Landesebene «irgendeine adäquate Reaktion» darauf gekommen sei. Der Linksfraktionschef befürchtete zudem, dass zu wenig über den Mordfall aufgeklärt werden könnte. Wolf bezweifelte, dass Sicherheitsbehörden aus Fehlern der Vergangenheit wirklich gelernt hätten. Im Fall der Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) etwa war der rechtsextreme Hintergrund der Morde erst nach Jahren erkannt worden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. Juni 2019 17:00 Uhr

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