Prostituierte misshandelt? Polizist schweigt vor Gericht

Prostituierte misshandelt? Polizist schweigt vor Gericht

Ein Berliner Polizeibeamter soll eine Prostituierte in seinem Auto vergewaltigt und dabei körperlich schwer misshandelt haben.

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Sechs Monate nach seiner Verhaftung hat der 46-Jährige zu Prozessbeginn vor dem Landgericht der Hauptstadt am Montag (17. Juni 2019) geschwiegen. Der Beamte soll die damals 24 Jahre alte Geschädigte zu nicht vereinbarten Sexualpraktiken gezwungen haben.
Der Polizist soll der Geschädigten laut Anklage im Dezember 2018 in Berlin-Tiergarten zunächst 70 Euro übergeben haben. Geschützter Geschlechtsverkehr für die Dauer von maximal 20 Minuten sei vereinbart gewesen. «Da ihm bewusst war, dass die Zeugin nicht bereit sein würde, darüber hinaus und ohne Verwendung eines Kondoms sexuelle Handlungen durchzuführen, schlug er der Zeugin wiederholt mit der Faust in das Gesicht und würgte sie mit den Händen am Hals», so die Anklage. Die 70 Euro habe er der Geschädigten wieder weggenommen.
Der 46-Jährige soll mit den Misshandlungen erst aufgehört haben, als der Lebensgefährte der Geschädigten die Scheibe des Fahrzeugs eingeschlagen habe. Der Frau sei die Flucht gelungen. Kurz darauf soll der Angeklagte den Notruf der Berliner Polizei gewählt und behauptet haben, ein «südländischer Mann zwischen 35 und 40 Jahren» habe ihn angegriffen und versucht, ihm das Handy zu entreißen.
Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, schweren Raub und Vortäuschen einer Straftat. Zehn weitere Prozesstage bis zum 15. August sind terminiert. 
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 17. Juni 2019 13:36 Uhr

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