Überfall in Berlin-Gesundbrunnen: Angeklagte wollen aussagen

Überfall in Berlin-Gesundbrunnen: Angeklagte wollen aussagen

Sieben Monate nach einem blutigen Überfall auf einen Mann in Gesundbrunnen, bei dem einer der Angreifer versehentlich seine Schwester erschossen haben soll, hat am Landgericht Berlin der Prozess begonnen: Sechs Mitglieder einer Familie müssen sich verantworten.

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130 Mal sollen die Angeklagten, darunter ein 49-Jähriger mit drei Söhnen, das Opfer geschlagen und getreten haben. Laut Anklage hätten sie ihn für eine vermeintliche Verletzung ihrer «Familienehre» abstrafen wollen. Mehrere Verteidiger kündigten zu Prozessbeginn am Dienstag (04. Juni 2019) an, dass ihre Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt aussagen würden.
Die Mitglieder einer aus Bosnien stammenden Familie müssen sich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Zu dem Angriff sei es in der Nacht zum 27. Oktober 2018 nach einem Streit auf einer Hochzeitsfeier gekommen. Die Angeklagten, darunter eine 16-Jährige, sollen minutenlang auf den Geschädigten eingeprügelt haben - unter anderem mit einem Beil und einem Hammer. Der 39-Jährige habe knapp überlebt. Hintergrund sei vermutlich ein «alter Streit zwischen zwei Roma-Familien», hieß es am Rande des Prozesses.
Laut Anklage soll ein 29-Jähriger während des Geschehens eine Pistole in der Hand gehalten haben. Versehentlich habe sich ein Schuss gelöst. Die Kugel habe seine 23-jährige Schwester getroffen. Ihm wird auch fahrlässige Tötung zur Last gelegt. Das Verfahren gegen eine siebte Angeklagte war zu Prozessbeginn abgetrennt worden.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Juni 2019 14:17 Uhr

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