Freispruch im Prozess um Beleidigung der Senatssprecherin

Freispruch im Prozess um Beleidigung der Senatssprecherin

Der Buchautor Hans-Joachim Lehmann, der Berlins Senatssprecherin Claudia Sünder in einer 79-seitigen Abhandlung falsche oder geschönte Angaben zu ihrem Lebenslauf vorgeworfen hat, ist vom Vorwurf der Beleidigung und üblen Nachrede freigesprochen worden.

Prozessbeginn

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Seine Äußerungen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag (28. Mai 2019). Der 73-Jährige habe zwar ein «unfassbares Pamphlet» verfasst und mit «Impertinenz» im Privatleben der Frau gewühlt. Doch ehrenrührig seien die in der Anklage aufgelisteten Behauptungen nicht.

Anklage forderte 1200 Euro Geldstrafe

In dem «Dossier», das der Buchautor im Juni 2018 an eine Vielzahl von Personen des politischen Lebens in Berlin versandt hatte, wirft Lehmann der Senatssprecherin in teils derben Worten falsche oder geschönte Angaben in ihrer offiziell veröffentlichen Vita zu Ausbildung und beruflichen Stationen vor. Die Anklage sieht darin eine «unzulässige Schmähschrift» und hatte auf eine Geldstrafe von 1200 Euro plädiert.

Autor gibt einige Irrtümer zu

Lehmann hatte Freispruch verlangt. Die Vorwürfe in seinem «Dossier» seien im Kern zutreffend. Allerdings seien ihm «einige Irrtümer in der Fröhlichkeit des Schreibens unterlaufen», so der Autor. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die 49-jährige Sünder, die an dem Strafprozess nicht teilgenommen hatte, ist seit Anfang 2017 Sprecherin der Berliner Landesregierung.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. Mai 2019 15:49 Uhr

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