Urteil wegen mutmaßlicher Zwangsprostitution erwartet

Urteil wegen mutmaßlicher Zwangsprostitution erwartet

Über Monate sollen ein Mann und seine Verlobte eine Frau in München zur Prostitution gezwungen haben.

Statue der Justitia

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Laut Anklage lebte das Opfer bei dem Paar wie eine Gefangene und wurde misshandelt. Heute (23. April 2019) soll das Urteil in dem Verfahren vor dem Landgericht München I gesprochen werden. Zum Prozessauftakt Anfang des Jahres hatten beide Angeklagte die Vorwürfe bestritten. Sie sollen das Opfer aus Berlin zum Geschlechtsverkehr mit 100 bis 150 Freiern gezwungen haben. Beide stammen aus Afghanistan. Die Vorwürfe lauten Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung.
Der Mann hatte das Opfer laut Anklage in einem Online-Chat kennengelernt und 2017 mit dem Eheversprechen nach München gelockt. Er habe die damals 26-Jährige damit unter Druck gesetzt, dass sie, nachdem sie mit ihm Sex gehabt hatte, keine Jungfrau mehr und darum von ihm abhängig war.
Nach knapp einem Monat sei das Opfer über Internetportale zur Prostitution an Männer vermittelt worden. Mehrmals hätten die mutmaßlichen Täter sie zudem in der Wohnung vergewaltigt und ihr mit dem Tod gedroht. Zudem hätten sie Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihre Prostitutionstätigkeit und den Verlust der Jungfräulichkeit an ihre Familie zu verraten. Im März 2018 wandte die Frau sich schließlich mithilfe eines Freiers an die Polizei.
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. April 2019 08:37 Uhr

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