Patientinnen missbraucht: Physiotherapeut verurteilt

Patientinnen missbraucht: Physiotherapeut verurteilt

Ein Berliner Physiotherapeut ist wegen sexueller Übergriffe auf Patientinnen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin"

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Das Landgericht sprach den 64-Jährigen am Mittwoch (17. April 2019) des Missbrauchs unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses in fünf Fällen schuldig. Einbezogen in die Gesamtstrafe wurde eine im vorigen Jahr in einem ähnlichen Verfahren verhängte Strafe von zwei Jahren.
Dem Mann wurden im jetzigen Prozess Übergriffe auf zwei 23-jährige Frauen zur Last gelegt. Zu den Taten war es laut Anklage im August 2018 in der Praxis des Angeklagten in Lichterfelde gekommen. Der 64-Jährige habe die Geschädigten, die mit Rückenproblemen kamen, in «sexuell motivierter Weise» im Intimbereich berührt und erklärt, dies sei Teil seiner Therapie. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn erklärt, es würden Dinge «sexuell interpretiert».
Der Therapeut wurde bereits im November 2018 verurteilt, weil er zwei 13- und 14-jährige Mädchen während therapeutischer Behandlungen sexuell missbraucht hatte. Es ergingen Einzelstrafen von zwei Jahren beziehungsweise einem Jahr und neun Monate Gefängnis sowie ein anschließendes dreijähriges Berufsverbot.
Im neuen Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwältin, die eine Gesamtstrafe von sechseinhalb Jahren Haft unter Einbeziehung der zweijährigen Strafe gefordert hatte. Die weitere Strafe von einem Jahr und neun Monaten Haft sowie das ausgesprochene Berufsverbot blieben bestehen, hieß es weiter im Urteil. Der Verteidiger hatte keinen konkreten Antrag gestellt. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. April 2019 16:11 Uhr

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