Pfarrer im Gemeindebüro getötet: Täter kommt in Psychiatrie

Pfarrer im Gemeindebüro getötet: Täter kommt in Psychiatrie

14 Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Pfarrers in Charlottenburg hat das Landgericht die Unterbringung des Täters in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.

Polizei-Westen

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Der 27-Jährige sei wegen einer erheblichen Erkrankung nicht schuldfähig gewesen und könne nicht wegen Totschlags bestraft werden, begründeten die Richter am Donnerstag (11. April 2019). Der aus Kamerun stammende Mann habe das 54 Jahre alte Opfer in einem Büro der französischsprachigen katholischen Kirchengemeinde «mit absolutem Vernichtungswillen» mit Holzfiguren und einem Blumenkübel attackiert, hieß es weiter im Urteil.
Nachbarn hatten in der Nacht zum 22. Februar 2018 einen lautstarken Streit in französischer Sprache zwischen zwei Männern gehört und die Polizei alarmiert. Als die Beamten eintrafen, lag der Pfarrer tödlich verletzt am Boden. Der aus der Republik Kongo stammende Pfarrer, der die französischsprachige katholische Kirchengemeinde Berlins seit 2009 leitete, starb noch am Tatort.
Der 27-Jährige Täter hatte gestanden und erklärt, ein «böser Geist» habe ihn zu der Tat getrieben. Umstritten war im Prozess, ob bei dem Täter eine vorübergehende oder länger andauernde psychotische Störung vorliegt. Die Verteidiger hatten sich gegen eine Unterbringung in der Psychiatrie ausgesprochen, da von ihrem Mandanten keine Gefahr mehr ausgehe. Wie die Staatsanwältin folgte das Gericht einem Gutachter, der ein «hohes Rückfallrisiko» wegen einer noch vorhandenen Störung festgestellt hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. April 2019 13:16 Uhr

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