Nach Verhaftung: Neue rechtsextremistische Drohmail

Nach Verhaftung: Neue rechtsextremistische Drohmail

Wer verschickt an Behörden und Personen E-Mails mit rechtsextremistischen Drohungen? Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen soll eine weitere Mail aufgetaucht sein.

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Nach der Verhaftung eines Tatverdächtigen im Fall der bundesweit verschickten Mails mit rechtsextremistischem Inhalt soll eine weitere Drohmail aufgetaucht sein. Sie sei gegen die Berliner Generalstaatsanwältin Margarete Koppers gerichtet, berichtete der Berliner Sender RBB am Montag (08. April 2019). Die E-Mail liege dem ARD-Magazin «Kontraste» vor, hieß es. Eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft sagte der Deutschen Presse-Agentur am Abend, sie könne das nicht bestätigen. Ihr sei von solch einer Mail nichts bekannt.

Tatverdächtiger soll nach Berlin überführt werden

Der Tatverdächtige aus Schleswig-Holstein sitzt seit Samstag in dem Bundesland in U-Haft. Da die Berliner Generalstaatsanwaltschaft federführend in dem Fall ist, soll er in eine JVA in Berlin überführt werden. Bisher sei er aber nicht in der Hauptstadt, sagte die Sprecherin. Wann er nach Berlin gebracht werde, könne sie nicht sagen.

Neue E-Mail fordert Geld in Kryptowährung

«Sie möchten sicher nicht, dass eines Tages Frau Generalstaatsanwältin Margarete Koppers etwas zustößt, oder?» zitierte der RBB aus der Mail. Eine angebliche Gruppe «Staatsstreichorchester» fordere darin 100 Millionen Euro in der Kryptowährung «Monero». Anderenfalls werde eine neue Terrorgruppe entstehen. «Wir werden alles daran setzen, dass es bald wieder Pogrome in diesem Land gibt und dass sich kein Jude, Moslem (...) oder auch linke Journalisten und Politiker sicher fühlen», heiße es in dem Schreiben.

Bislang keine Komplizen im Verdacht

Die Mail soll am Sonntagabend verschickt worden sein, also nachdem der Tatverdächtige bereits in U-Haft gesessen habe. Am Samstag hatte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft gesagt: «Nach dem bisherigen Stand hat er offenbar alleine gehandelt». Die Ermittlungen hätten keine Anhaltspunkte ergeben, dass der Verdächtige Komplizen hat.
Ein in der Mail ebenfalls angesprochener Kölner Rechtsanwalt sagte dem Magazin «Kontraste» dagegen, er gehe von einem Netzwerk hinter den mehr als 200 bekannten Drohmails aus.

Drohmails werden seit April 2018 verschickt

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein hatten am vergangenen Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein durchsucht und Beweismittel sichergestellt. Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit «Nationalsozialistische Offensive» unterzeichnet gewesen. Sie gingen den Angaben zufolge an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Gedroht wurde mit Bomben, aber auch mit Exekutionen auf offener Straße.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. April 2019 08:23 Uhr

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