Fremde Bankkonten geplündert: Angeklagte schweigen zunächst

Fremde Bankkonten geplündert: Angeklagte schweigen zunächst

Drei Männer, die fremde Bankkonten geplündert und insgesamt rund 200 000 Euro erbeutet haben sollen, haben vor dem Berliner Landgericht zunächst geschwiegen. Als Hauptangeklagter gilt ein 42-Jähriger. Er soll sich durch Schadsoftware ausgespähte Daten zum Online-Banking Dritter verschafft haben. Den Kontoinhabern habe er dann per Einschreiben ein vermeintliches Guthabenversprechen im Zusammenhang mit angeblichen Traumreisen geschickt, um sich die Unterschriften der Geschädigten zu verschaffen, heißt es in der am Freitag zu Prozessbeginn verlesenen Anklage.

Landgericht Moabit

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Eine Justitia und einer Waage ist am Eingang zum neubarocken Gebäude des Kriminalgerichts Moabit zu sehen.Foto: Jens Kalaene/Archiv

Den 38- bis 51-Jährigen werden insgesamt 26 mutmaßliche Taten in der Zeit von Februar 2017 bis März 2018 zur Last gelegt. Weitere Komplizen seien beteiligt gewesen, so die Anklage. Der 42-Jährige habe betrügerische Online-Überweisungen vorgenommen und Geld von den Konten der Geschädigten auf Konten überwiesen, die eigens zu diesem Zweck angeworbene «Finanzagenten» zur Verfügung gestellt hätten. Diese Mittäter seien angewiesen worden, eingegangene Beträge sofort abzuheben. In anderen Fällen seien Überweisungsaufträge manuell gefälscht worden.
Die Angeklagten wurden im August 2018 unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Betrugs und der Urkundenfälschung festgenommen. Sie befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Für den einschlägig vorbestraften 42-Jährigen erklärte eine Anwälten, ihrem Mandanten könne allenfalls Beihilfe vorgeworfen werden. Der Verteidiger des 38-Jährigen kündigte an, dass sich sein Mandant am zweiten Prozesstag am 1. April äußern werde.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 29. März 2019 14:00 Uhr

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