Initiativen verurteilen Gewalt gegen Muslimas

Initiativen verurteilen Gewalt gegen Muslimas

Mehrere Muslimas wurden in Berlin auf offener Straße angegriffen und rassistisch beleidigt. Vertreter von Initiativen sind alarmiert - auch von den Reaktionen auf die Vorfälle.

Eine Frau mit Kopftuch

© dpa

Eine Frau mit Kopftuch hat den Kopf in die Hand gestützt.

Nach mehreren Übergriffen auf Muslimas in Berlin haben verschiedene Initiativen Alarm geschlagen. «Es kann nicht sein, dass Menschen aufgrund eines religiösen Symbols angegriffen werden», sagte Ayse Demir vom Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg am 20. März 2019.
Die Frauen würden angegriffen, weil sie nicht einer angeblichen deutschen Norm entsprächen. «Da fragen wir uns, wo der gesellschaftliche Aufschrei bleibt», kritisierte Demir. Die fehlende Empörung führe dazu, dass sich ein großer Teil der muslimischen Gemeinde immer noch nicht als akzeptierter Teil der Gesellschaft fühle.
Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement und Internationales, Sawsan Chebli (SPD), reagierte auf Twitter auf die Übergriffe mit den Worten: «Diese Angriffe gegen Muslime dürfen uns nicht kalt lassen».
Nach Angaben des Berliner Registers zur Erfassung rechtsextremer und diskriminierender Vorfälle gab es im vergangenen Jahr einen erneuten Anstieg antimuslimischer Vorfälle. Häufig seien Frauen betroffen, weil sie mit religiösen Symbolen wie einem Hijab sichtbarer seien, sagte die Sprecherin des Registers, Kati Becker.
Die Stelle erfasst seit drei Jahren diskriminierende Vorfälle für ganz Berlin. In der Hauptstadt sei ein immer stärkerer Rechtsruck zu spüren, sagte Demir. «Berlin hat sich viel zu lange auf dem Image einer weltoffenen und vielfältigen Stadt ausgeruht und nicht rechtzeitig gehandelt.»
Erst am Montag hatte ein Mann eine schwangere Frau am S-Bahnhof Neukölln wegen ihres Kopftuches beleidigt und ihr anschließend in den Bauch geboxt. Im Februar hatte die Polizei gewalttätige Angriffe auf drei jugendliche Muslimas gemeldet. Ein Mädchen war dabei mit einer mutmaßlich mit Blut gefüllten Spritze angegriffen worden.
Auch der Berliner Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung, Dirk Behrendt (Grüne), beklagte den Anstieg rassistischer Übergriffe. Vor dem Internationalen Tag gegen Rassismus versprach Behrendt, der Berliner Senat wolle sein Engagement weiter auszubauen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 20. März 2019 16:04 Uhr

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