Ein Monat vermisst: Suche nach Rebecca läuft in Brandenburg weiter

Ein Monat vermisst: Suche nach Rebecca läuft in Brandenburg weiter

An diesem Montag (18. März 2019) sind es genau vier Wochen, dass die 15-jährige Rebecca in Berlin verschwand. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist riesig - rund 1500 Hinweise aus der Bevölkerung arbeiten die Ermittler ab. Haben sie vielleicht eine neue Spur in Brandenburg?

Suche nach Rebecca

© dpa

Ein Kriminaltechniker sichert Spuren auf dem Boden an einem Waldgebiet im Landkreis Oder-Spree.

Das Rätsel ist auch nach einem Monat ungelöst: Die 15-jährige Berliner Schülerin Rebecca ist weiter verschwunden. «Die Ermittlungen dauern an», sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Rund 1500 Hinweise aus der Bevölkerung würden einzeln abgearbeitet. Am Samstag (16. März 2019) ließ die Mordkommission systematisch Personenspürhunde an Anschlussstellen der Autobahn 12 in Richtung Polen schnüffeln. Offen blieb, ob die Hunde bei Fürstenwalde-West, rund 65 Kilometer südöstlich von Berlin, einer heißen Spur auf eine Landstraße folgten.

Weitere Maßnahmen noch nicht bekannt

An der Straße in Richtung Scharmützelsee in Brandenburg brach das Team die Aktion gegen Abend ab. Am Sonntag sollten die Tiere eine Ruhepause bekommen. Ob die Einsatzkräfte die Aktion am Montag fortsetzen - und wenn ja, an welchem Ort - stand zunächst nicht fest. Von den weiter geplanten Maßnahmen der Mordkommission sei derzeit nichts bekannt, sagte der Sprecher.

Auto der Familie wurde kurz nach dem Verschwinden in Brandenburg erfasst

An den Autobahn-Anschlussstellen wollten die Ermittler offenbar herausfinden, wohin der tatverdächtige Schwager von Rebecca am Morgen von deren Verschwinden sowie am darauffolgenden Abend fuhr. Das Auto der Familie war zu den Zeiten auf der A12 von einem automatischen Kennzeichen-Erfassungssystem registriert worden. Diese Fahrten hatten den Verdacht gegen den 27 Jahre alten Deutschen erhärtet.

Stürmisches und regnerisches Wetter erschwert die Arbeit der Spürhunde

Die eingesetzten Hunde, sogenannte Mantrailer, können nach Darstellung der Polizei auch noch nach längerer Zeit wahrnehmen, ob jemand an einer Stelle vorbeigegangen oder -gefahren ist. Die Behörde machte keine Angaben dazu, ob man die drei Hunde nach dem Geruch des Verdächtigen oder der Vermissten suchen ließ. Klar ist: In der Region war es zuletzt teils stürmisch und regnerisch, vier Wochen sind vergangen - das dürfte die Erfolgsaussichten zumindest schmälern.

Familie «nervlich am Ende»

Unterdessen hat eine von Rebeccas älteren Schwestern Spekulationen widersprochen, wonach das Verschwinden mit einem Treffen mit einem Internetfreund zu tun haben könnte. «Das war ganz harmlos», sagte die 23-Jährige laut «Bild am Sonntag». Rebecca habe ihr von dem Jungen erzählt - der sei minderjährig, komme nicht aus Berlin und wäre niemals «an einem Montagmorgen allein hierher gekommen», so die Schwester laut Bericht. Die Familie sei «nervlich am Ende».
Der Profiler und frühere Bremer Mordermittler Axel Petermann verwies darauf, dass eine Leiche auch erst nach langer Zeit gefunden werden könnte. «Es kommt ja immer wieder vor, dass getötete Menschen gut versteckt wurden, dass jemand sie vergraben hat», sagte er der dpa. «Sehen Sie sich den Fall Peggy an, die nach 15 Jahren im Jahr 2016 zufällig in einem Wald gefunden wurde.» So könne es auch noch in Jahren sein, dass Rebeccas Schicksal geklärt wird.

Ermittler gehen von Tötungsdelikt aus

Rebecca hatte sich am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers in Britz aufgehalten. Sie kam an dem Morgen nicht zur Schule. Ermittler gehen davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Der Schwager sitzt in Untersuchungshaft. Mehrere Suchaktionen der Polizei in Wäldern bei Storkow, nicht weit von der A12, waren ohne Erfolg geblieben.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 18. März 2019 08:28 Uhr

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