Fußgängerin tödlich erfasst: Verfahren eingestellt

Fußgängerin tödlich erfasst: Verfahren eingestellt

Ein Lkw-Fahrer, der eine 85 Jahre alte Fußgängerin in Oberschöneweide mit seinem Sattelzug überrollt hatte, bleibt straffrei.

Prozessbeginn

© dpa

Den 59-Jährigen treffe geringe Schuld, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Montag und stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro ein. Von einem Mitverschulden der Seniorin sei auszugehen. Sie habe die Straße zwischen wartenden Autos und nicht an der Ampel für Fußgänger überqueren wollen.
Zu dem tödlichen Unfall kam es laut Anklage, als die Frau im Dezember 2016 auf dem Weg zu einer Tram-Haltestelle war. Der Lkw-Fahrer habe zunächst an einer roten Ampel im Rückstau gestanden. Die Seniorin habe direkt vor dem Sattelzug die Edisonstraße betreten. Als die Ampel für Fahrzeuge auf Grün stand und sich die Kolonne langsam in Bewegung setzte, fuhr der Angeklagte die Fußgängerin an. Sie erlag noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen.
Die Anklage war davon ausgegangen, dass der Berufskraftfahrer «durch einen Blick in den rechten Rampenspiegel sowie Vergewisserung durch kurzes Erheben vom Fahrersitz, dass sich keine Fußgänger mehr auf der Fahrbahn befinden» den Unfall hätte vermeiden können. Zeugen sagten im Prozess, dass es an dieser Stelle für Fußgänger gefährlich sei, die Straße zu betreten. Eine Fußgängerampel sei nicht weit entfernt. Die Einstellung des Verfahrens gegen den bislang unbestraften Lkw-Fahrer erfolgte auf Anregung des Staatsanwalts.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 21. Januar 2019 13:53 Uhr

Weitere Meldungen