Razzia bei Greenpeace: «Angriff auf Zivilgesellschaft»

Razzia bei Greenpeace: «Angriff auf Zivilgesellschaft»

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Berliner Justizbehörden wegen Durchsuchungen von Büros und Wohnungen heftig angegriffen.

Greenpeace-Protest mit gelber Farbe

© dpa

Die Straßen rund um den Großen Stern an der Siegessäule sind gelblich gefärbt.

Greenpeace-Sprecher Christian Bussau sagte: «Ich glaube, dass das vorgeschoben ist. Das ist ein Versuch, Greenpeace einzuschüchtern. Man will uns mundtot machen. Das ist ein Versuch, den friedlichen Protest zu unterdrücken.»
Nach einer Farbaktion im Juni in Berlin waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Mittwoch (7. November) 29 Büros und Wohnungen durchsucht worden. Laut Greenpeace waren darunter in Hamburg das Hauptbüro, ein Lager und Räume der Greenpeace Medien-GmbH. Außerdem das Berliner Büro sowie Räume in Münster, Halle und Bamberg.
Greenpeace sei sehr besorgt und fassungslos angesichts der Unverhältnismäßigkeit der Dursuchungen, sagte Bussau. «Das ist ein Angriff auf die Zivilgesellschaft und das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf das Recht, friedlich für die Zukunft der Menschen und Klimaschutz zu demonstrieren.» Greenpeace habe jetzt seine Anwälte eingeschaltet.
Greenpeace-Aktivisten hatten am 26. Juni in Berlin 3500 Liter gelbe Farbe auf dem mehrspurigen Kreisverkehr um die Siegessäule verteilt. Von oben sollte so das Bild einer als Symbol für die Energiewende entstehen. Laut Polizei wurde die Straße rutschig. Es sei zu zwei Unfällen mit großen Sachschaden gekommen, Motorradfahrer und eine Radfahrerin seien gestürzt.
Bussau betonte, die Aktion sei gewaltfrei und friedlich gewesen. «Wir haben alles getan, um die Sicherheit vor Ort zu garantieren. Wir hatten Aktivisten mit Warnwesten und Warnschildern. Es gab aus unserer Sicht keinen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.»
Das Blaulicht
© dpa

Kriminalität

Von Dieben, Brandstiftern & Co.: Aktuelle Polizeimeldungen und Nachrichten über Verbrechen und Prozesse in Berlin. mehr

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 7. November 2018 13:57 Uhr

Weitere Meldungen