Überfall auf Autohandel: Mutmaßlicher Rocker bestreitet

Überfall auf Autohandel: Mutmaßlicher Rocker bestreitet

Im Prozess um einen brutalen Überfall auf einen Autohandel in Berlin-Charlottenburg hat der Angeklagte alle Vorwürfe zurückgewiesen. Der mutmaßliche Rocker soll mit seiner Verlobten in das Geschäft gekommen sein und die Zahlung von 8000 Euro verlangt haben. Vier Monate nach seiner Verhaftung erklärte der 58-Jährige am Montag vor dem Landgericht, er habe die Prügelei in der Autowerkstatt nicht begonnen und kein Geld erpressen wollen. Er sei auch kein Rocker mehr. Die mitangeklagte 51 Jahre alte Frau sagte zum Prozessbeginn, der Chef der Firma schulde ihr seit längerem eine größere Summe. Sie hätten ihn nicht attackiert.

Die Statue Justizia

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Die Statue Justizia. Foto: Peter Steffen/Archiv

Laut Anklage soll ein nicht erfolgter Reifenwechsel Auslöser der Tat gewesen sein. Weil der zum Auto der Frau gehörende Reifensatz vertauscht worden sei, hätten die Angeklagten von einem 41-Jährigen die Zahlung von 8000 Euro verlangt. Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hätten sie auf ihre Verbindung zu einer Rockergruppierung hingewiesen. Schließlich habe der 58-Jährige den Geschädigten mit der Faust sowie mit einem Metallhocker und einer Stehlampe attackiert. Die Frau soll den 41-Jährigen am Aufstehen gehindert haben.
Der 58-Jährige erklärte, er sei seit 2016 nicht mehr Mitglied des Rockerclubs Bandidos. Er und seine Verlobte, die früher in dem Autohandel gearbeitet habe, hätten mit dem 41-Jährigen über die Rückzahlung seiner Schulden sprechen wollen. «Er fing an mich zu schlagen.» Um den 41-Jährigen zu stoppen, habe er ihm einen Fausthieb versetzt. Mit Gegenständen sei er nicht auf den Mann losgegangen. Der Prozess um versuchte räuberische Erpressung und Körperverletzung geht am 17. Oktober weiter.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. Oktober 2018 15:00 Uhr

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