Prozess um Patienten-Tod: Krankenschwester freigesprochen

Prozess um Patienten-Tod: Krankenschwester freigesprochen

Eine Berliner Krankenschwester ist vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung eines Patienten durch versehentliches Abschalten des Beatmungsgerätes freigesprochen worden.

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Es gebe keine Beweise dafür, dass die 50-Jährige die Maschine abgestellt habe, begründete das Amtsgericht Tiergarten am 9. Oktober. Die Frau hatte im August 2017 Dienst auf einer Intensivstation eines Krankenhauses im Stadtteil Friedrichshain, als ein 57 Jahre alter Herzpatienten vier Minuten lang ohne Sauerstoffzufuhr war und starb.
«Wir waren nicht in der Lage zu klären, wer das Gerät ausgeschaltet hat», sagte der Vorsitzende Richter. Auch der Staatsanwalt, der Anwalt der Witwe des Verstorbenen sowie der Verteidiger hatten auf einen Freispruch plädiert.
Die Krankenschwester hatte zu Prozessbeginn vor einem Monat erklärt, sie habe einen kritischen Zustand des Patienten bemerkt und sofort die Ärzte alarmiert, das Beatmungsgerät aber nicht angefasst. Zur Reanimation des Mannes seien zwei Ärzte und auch weitere Pflegekräfte im Zimmer gewesen. Gegen ihre Kündigung, die einige Wochen nach dem Tod des Patienten erfolgte, wehre sie sich vor dem Arbeitsgericht.
Der Richter sagte weiter, gesicherte Daten aus der Maschine würden belegen, dass sie tatsächlich für vier Minuten abgestellt war. «Das Abschalten erfolgte möglicherweise versehentlich während der laufenden Reanimation.» Es gebe allerdings auch andere Varianten. «Das alles sind bloße Vermutungen.» Der Freispruch erfolgte auf Kosten der Landeskasse.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. Oktober 2018 08:22 Uhr

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