Feuer in Gefängniszelle gelegt: Häftling gesteht vor Gericht

Feuer in Gefängniszelle gelegt: Häftling gesteht vor Gericht

Nach einem Feuer in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Berlin-Tegel mit einem Schaden von fast 100 000 Euro hat ein Häftling vor dem Landgericht gestanden.

JVA Tegel

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Aus Angst vor einem Angriff habe er seine Zelle verbarrikadiert und Kleidung angezündet, sagte der 35-Jährige am Donnerstag (4. Oktober) zu Prozessbeginn. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er bei der Tat im Februar 2018 nicht schuldfähig war. Sie strebt die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Sachschaden von knapp 10 000 Euro

Mit Hilfe der Feuerwehr war es dem Gefängnispersonal gelungen, die Zelle zu öffnen und das Feuer zu löschen. Der Haftraum war laut Anklage fast vollständig ausgebrannt. Der 35-Jährige, der als einziger verletzt wurde, sei in das Justizvollzugskrankenhaus verlegt worden. Dort habe er im April in seinem Zimmer ebenfalls ein Feuer gelegt. Der Sachschaden habe knapp 10 000 Euro betragen.
Der Beschuldigte befand sich unter anderem wegen Körperverletzung seit März 2016 im Gefängnis in Tegel. Im Mai 2018 sollte er entlassen werden. Die Polizei vermutete, dass er in Suizidabsicht handelte.

«Ich fühlte mich bedroht»

Der 35-Jährige sagte, er habe mit dem Brand in seiner damaligen Zelle erzwingen wollen, dass die Polizei kommt. «Ich fühlte mich bedroht, aber die Behörden hatten mir monatelang einfach nicht geholfen.» Weil er Männer mit einer Pistole vor seinem Haftraum vermutete, habe er Möbel vor die Tür geschoben und Kleidungsstücke angezündet. Den Brand im Krankenhaus aber habe er fahrlässig verursacht. «Ich schnipste eine Zigarette in den Müll.» Der Prozess ist bis 17. Oktober terminiert.
Das Blaulicht
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 4. Oktober 2018 15:33 Uhr

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