Mann absichtlich angefahren? Taxifahrer weist Vorwurf zurück

Mann absichtlich angefahren? Taxifahrer weist Vorwurf zurück

Ein Taxifahrer, der einen randalierenden Mann in Kreuzberg absichtlich angefahren haben soll, bestreitet dies.

Landgericht Berlin

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Der Geschädigte sei auf sein Auto zugelaufen und habe gegen den Wagen geschlagen, erklärte der 52-Jährige am Montag, den 1. Oktober, vor dem Landgericht. Nach mehrmaligem Zurücksetzen sei er «in Panik» auf den Mann zugerollt und habe gehofft, dass dieser zur Seite springen würde. Der 31-Jährige prallte jedoch gegen die Frontscheibe. Neun Tage nach dem Geschehen im Februar 2017 starb der Mann.

Anklage lautet auf Totschlag

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Taxifahrer bewusst auf den Geschädigten zugefahren ist, um diesen zu verletzen. Die Anklage wirft ihm Totschlag vor. Der 52-Jährige habe den Mann «mit deutlich über der Schrittgeschwindigkeit» liegendem Tempo erfasst und dabei den Tod des Fußgängers zumindest billigend in Kauf genommen.

«Er verfolgte mich, trat gegen das Auto.»

Der türkische Angeklagte schilderte vor Gericht, der 31-Jährige habe sich zunächst mit dem Türsteher eines Clubs gestritten. «Er rannte dann auf mein Auto zu, blieb davor stehen und schlug aggressiv mit der Faust gegen die Scheibe.» Aus Angst sei zunächst ganz langsam zurückgefahren. «Aber er verfolgte mich, trat gegen das Auto.» Ein Ausweichen sei ihm später unmöglich gewesen. Beim Aufprall erlitt das aus Tunesien stammende Opfer tödliche Kopfverletzungen.
Der Angeklagte ist nach eigenen Angaben seit 1993 als Taxifahrer in der Hauptstadt unterwegs. Nach dem Unfall sei ihm die Fahrerlaubnis nicht entzogen worden. Der Prozess wird am 8. Oktober fortgesetzt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. Oktober 2018 14:15 Uhr

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