Kopftuchträgerinnen attackiert: Rentnerin verurteilt

Kopftuchträgerinnen attackiert: Rentnerin verurteilt

Für eine Attacke gegen zwei Kopftuchträgerinnen in Treptow muss eine Rentnerin 2400 Euro Strafe zahlen.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand

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Die 68-Jährige habe eine der Geschädigten auf offener Straße unvermittelt mit der Faust geschlagen und beide Frauen ehrverletzend beschimpft, weil sie «starke Vorbehalte» gegenüber Muslimen habe, begründete am 22. August das Amtsgericht Tiergarten. Die Rentnerin wurde der Körperverletzung und Beleidigung schuldig gesprochen. Die 68-Jährige hatte die Vorwürfe zuvor zurückgewiesen und erklärt, sie sei nicht ausländerfeindlich.

«Die Frau kam uns entgegen und gab mir unvermittelt einen Faustschlag in mein Gesicht»

Bei den Geschädigten handelt es sich um Mutter und Tochter. Die Frauen im Alter von 44 und 25 Jahren waren im Januar 2018 auf dem Weg zu einem Möbelkaufhaus in Treptow, als sie auf einem Gehweg attackiert wurden. «Die Frau kam uns entgegen und gab mir unvermittelt einen Faustschlag in mein Gesicht», sagte die Tochter. Die ihr fremde Passantin habe dann am Kopftuch ihrer Mutter gezogen. «Was soll denn das», habe die Angeklagte gerufen und sie unter anderem als «Islampack» beschimpft.

60 Tagessätzen zu je 40 Euro Strafe

Die Angeklagte habe Menschen wegen ihrer Religion geschlagen und beschimpft, sagte die Richterin. Mit der Strafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je 40 Euro folgte sie dem Antrag der Staatsanwältin.

Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert

Die Version seiner Mandantin, sie sei zuvor beleidigt worden und habe in ihrer Aufregung die 25-Jährige ohne Absicht mit dem Ärmel gestreift, sei nicht widerlegt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 22. August 2018 16:15 Uhr

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