Innensenator Geisel stellt sich hinter LKA-Chef Steiof

Innensenator Geisel stellt sich hinter LKA-Chef Steiof

In der Debatte um schwere Polizei-Pannen bei Ermittlungen gegen Berliner Rocker hat sich Innensenator Andreas Geisel hinter die Leitung des Landeskriminalamts (LKA) gestellt. LKA-Chef Christian Steiof sei ein «guter Mann», sagte der SPD-Politiker am Dienstag. Seit 2014 gebe es in dem Fall keine neuen Erkenntnisse. Damals seien als Konsequenz eine Reihe von Umstrukturierungen im LKA vorgenommen worden. «Es ist ein Vorgang aus 2013/2014, und der bringt mich jetzt nicht dazu, die Leitung des LKA zu verändern», so Geisel.

Andreas Geisel

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Andreas Geisel (SPD). Foto: Jens Büttner/Archiv

Viereinhalb Jahre nach einem Mord im Rockermilieu ist die Polizei wegen massiver Fehler selbst ins Visier der Ermittler gerückt. Die Staatsanwaltschaft leitete gegen drei LKA-Beamte ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags durch Unterlassen ein. Sie sollen gewusst haben, dass das spätere Opfer gefährdet war, den Mann aber trotzdem nicht gewarnt haben - womöglich, um dann gegen das Rockermilieu vorgehen zu können.
Die Vorwürfe gab es auch damals schon, ein polizeiinternes Disziplinarverfahren verlief jedoch im Sande. Nun brachten Richter des Landesgerichts, die den bislang größten Rockerprozess der Hauptstadt verhandeln, den Fall erneut ins Rollen. Die FDP verlangt personelle Konsequenzen.
Geisel warnte erneut vor einer Vorverurteilung der Beamten. Das Gericht habe die Möglichkeit gesehen, dass es sich so zugetragen habe, nun müsse ermittelt werden. «Der Vorwurf, dass Polizisten wissentlich in Kauf nehmen, das jemand ermordet wird, ist schon sehr schwerwiegend», so Geisel. «Eigentlich ist das ausgeschlossen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 31. Juli 2018 15:40 Uhr

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