Prozess um Entführung eines Vietnamesen: Plädoyers erwartet

Prozess um Entführung eines Vietnamesen: Plädoyers erwartet

Im Berliner Prozess um die Entführung eines vietnamesischen Geschäftsmannes werden heute (24. Juli) die Plädoyers von Bundesanwaltschaft und Verteidigung erwartet.

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Das Kammergericht entscheidet zunächst aber über neue Beweisanträge der Verteidigung. Wenn diese abgelehnt werden, ist der Weg frei für die Plädoyers. Andernfalls müsste die Beweisaufnahme fortgesetzt werden.

Vorwurf der geheimdienstlichen Agententätigkeit

Angeklagt ist ein mutmaßlicher Helfer, der das Entführungs-Auto in Prag gemietet, nach Berlin und später wieder zurückgefahren haben soll. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen geheimdienstliche Agententätigkeit und Beihilfe zur Freiheitsberaubung vor.

Angeklagter legte Geständnis ab

Das Gericht hatte bei einem Geständnis des Angeklagten eine mildere Strafe zwischen dreieinhalb und fünf Jahren in Aussicht gestellt. Der zuletzt in Prag lebende Händler mit einer Geldwechsel-Stube gab dann zu, von den Entführungsplänen gewusst und das Auto gefahren zu haben.

Trinh Xuan Thanh hatte in Deutschland politisches Asyl beantragt

Die Verschleppung von Trinh Xuan Thanh, der 2016 nach Deutschland kam und politisches Asyl beantragte, belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam. Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass der frühere Vorstandschef eines staatlichen Baukonzerns sowie seine Freundin im Berliner Tiergarten in einen Transporter gezerrt wurden. In Vietnam wurde Trinh Xuan Thanh inzwischen wegen Korruption und Misswirtschaft in zwei Verfahren jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 24. Juli 2018 08:41 Uhr

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