Thüringen zeigt Solidarität mit angegriffenem Israeli

Thüringen zeigt Solidarität mit angegriffenem Israeli

Nach dem Angriff auf einen Kippa tragenden Israeli in Berlin wollen auch Thüringer ihre Solidarität mit dem Mann öffentlich zeigen. Unter dem Motto «Thüringen trägt Kippa» rufen Organisationen, Vereine und Hochschulen für Mittwoch zu der Aktion in der Landeshauptstadt auf. «Wir schließen uns dem Aufruf aus Berlin an! Wenn Israelis und Juden verbal und körperlich angegriffen werden, weil sie Kippa tragen, dann sind wir alle angegriffen», heißt es in dem am Samstag verbreiteten Aufruf der Organisatoren.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin hatte nach dem Angriff auf den 21 Jahre alten Israeli und seinen Freund am Dienstag die Berliner aufgerufen, sich am Mittwoch dem Hass entgegenzustellen. Die beiden Männer hatten Kippas getragen - die traditionelle jüdische Kopfbedeckung - als sie von drei arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft wurden. Einer schlug mit seinem Gürtel auf den 21-Jährigen ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen. Gegen den mutmaßlichen Täter wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.
Die Landesregierung unterstützt die Aktion. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: «Ich bin dabei! Ob Kopftuch, Kreuz oder Kippa - wir stehen für die Vielfältigkeit.»
Treffpunkt in Erfurt ist Mittwoch um 10.30 Uhr die mittelalterliche Mikwe an der Krämerbrücke. Auch Frauen sollen nach dem Wunsch der Organisatoren eine Kippa als Zeichen der Gemeinsamkeit und Solidarität tragen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 21. April 2018 17:10 Uhr

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