Bronzeskulptur zur Erinnerung an den Mord an Burak B.

Immer wieder gibt es Mordfälle, die nicht aufgeklärt werden. Oft geraten sie in Vergessenheit. Nicht so die tödlichen Schüsse auf den jungen Deutschtürken Burak B.
Trauerfeier
Bei der Trauerfeier für Burak B. stehen Kerzen auf einem Sockel. © dpa

Sechs Jahre nach dem ungeklärten Mord an dem 22 Jahre alten Burak B. in Neukölln wird am nächsten Sonntag (8. April 2018) eine Bronzeskulptur zum Gedenken aufgestellt. Die fast zwei Meter hohe Figur soll nahe dem Tatort an der Rudower Straße stehen. Aufgestellt und bezahlt wird die spiralförmige Skulptur von der «Initiative für die Aufklärung des Mordes». Sie sammelte nach eigenen Angaben 40 000 Euro Spenden.

Aktuell erinnert dort eine Gedenktafel an den Mord

Die Initiative will mit der Aktion die Erinnerung an das Verbrechen wachhalten. Und zugleich weiter die Frage stellen, ob der Mord aus Rassismus geschah. Die Skulptur trägt den Titel «Algorithmus für Burak und ähnliche Fälle». Ein Algorithmus ist ein Handlungs- oder Lösungsverfahren. Die inzwischen gestorbene Künstlerin Zeynep Delibaltas schrieb über ihre Titelgebung: «Ein Algorithmus zum Lösen von Fällen wie dem Mord an Burak ist noch nicht gefunden. Es braucht dafür die Veränderung von Ermittlungsmethoden, ein öffentliches Bewusstsein und den politischen Willen.»

Der Mörder konnte bis heute nicht gefunden werden

Ein unbekannter Mann war am Abend des 5. April 2012 nahe einer Gruppe junger Männer aufgetaucht, zu der auch Burak B. gehörte. Er schoss mehrmals auf die Männer. Burak B. starb, zwei andere Männer wurden lebensgefährlich verletzt. Trotz intensiver Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft wurde der Mörder bisher nicht gefunden.

Die Hinterbliebenen fordern mehr Einsatz von der Polizei

Verwandte von Burak B., Anwälte und die Initiative kritisieren seitdem die Polizei. Sie werfen ihr vor, nicht genug für die Aufklärung des Falles getan zu haben und zu wenig in Richtung eines rassistischen Tatmotivs und eines möglichen Neonazis als Täter ermittelt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft wies die Vorwürfe mehrfach zurück

Die Ausgangslage sei sehr schwierig, der Täter sei wort- und spurlos verschwunden, die Beschreibungen der Person schlecht, hieß es immer wieder. Die Kriminalpolizei habe detailliert gearbeitet und sei allen Spuren nachgegangen. Die Fahnder hätten zahlreiche Zeugen befragt, seien mehr als 130 Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und hätten Listen rechtsextremer Täter abgeglichen.

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Quelle: dpa
Aktualisierung: Montag, 2. April 2018 16:04 Uhr
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(Bilder: Franziska Delenk; dpa; Messe Berlin GmbH; facebook; Twitter; Klicker/pixelio.de)