Ermordete Frau im Tiergarten: Prozess beginnt am 28. März

Ermordete Frau im Tiergarten: Prozess beginnt am 28. März

Berlin (dpa/bb) – Knapp sieben Monate nach dem gewaltsamen Tod einer 60 Jahre alten Frau im Berliner Tiergarten wird dem mutmaßlichen Mörder ab 28. März der Prozess vor dem Landgericht gemacht. Das bestätigt Gerichtssprecherin Lisa Jani am Mittwoch. Der 18 Jahre alte Angeklagte soll die Kunsthistorikerin auf ihrem Heimweg attackiert, erwürgt und ausgeraubt haben. Er soll mit ihrem Handy und mindestens zwei Euro geflohen sein. Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord aus Habgier und Verdeckungsabsicht.

Die Frau war am 5. September 2017 nach einem Treffen mit Freundinnen in einem Lokal allein zu Fuß Richtung Bahnhof Zoo aufgebrochen. Der 18-Jährige, ein russischer Staatsangehöriger aus Tschetschenien ohne festen Wohnsitz in Deutschland - soll die arg- und wehrlose Frau unvermittelt angegriffen und tief in ein Gebüsch gezerrt haben.
Der Ehemann der Kunsthistorikerin hatte seine Frau am nächsten Morgen als vermisst gemeldet. Bei der Suche kamen auch Spürhunde zum Einsatz. Die Leiche wurde drei Tage später von Passanten entdeckt.
Der Tatverdächtige war eine Woche nach dem Gewaltverbrechen in Polen in der Nähe von Warschau festgenommen worden. Er sei in Zusammenarbeit mit den polnischen Behörden über das geraubte Handy der Frau ermittelt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Seit Oktober befindet er sich in Berlin in Untersuchungshaft.
Auch sichergestellte DNA-Spuren sollen den vorbestraften 18-Jährigen belasten. In der Anklage wird ihm neben Mord auch Raub mit Todesfolge vorgeworfen. Der Fall wird vor einer Jugendstrafkammer verhandelt. Elf Prozesstage sind terminiert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 21. März 2018 12:40 Uhr

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