Senat: Aufnahmeprogramm für afghanische Flüchtlinge

Senat: Aufnahmeprogramm für afghanische Flüchtlinge

Berlin will Menschenrechtlern, Journalisten, Künstlern und Oppositionellen aus Afghanistan eine neue Heimat bieten. Der Senat beschloss dazu am Dienstag ein Landesaufnahmeprogramm. Im seinem Rahmen sollen in den nächsten fünf Jahren jährlich rund 100 afghanische Staatsangehörige aufgenommen werden, wie die Senatsverwaltung für Integration mitteilte. Darunter sollen auch besonders schutzbedürftige Menschen wie Frauen, Kinder und Kranke sein. Berlin arbeitet dabei mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zusammen.

Ein solches Aufnahmeprogramm gibt es bereits für besonders schutzbedürftige syrische Flüchtlinge. Erst vor einer Woche kamen in dem Rahmen etwa 100 Syrer in Berlin an, die vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat in das Nachbarland Libanon geflohen waren. Darunter waren Familien mit Kindern und stark traumatisierte Menschen. Mit beiden Landesprogrammen nimmt Berlin Geflüchtete auf - zusätzlich zu denjenigen, die ohnehin in Deutschland ankommen und nach einem festgelegten Schlüssel auf die Bundesländer verteilt werden.
«Die Bilder und Berichte aus Afghanistan haben uns in diesem Sommer alle schockiert», sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) mit Blick auf die damalige Machtübernahme der radikalislamischen Taliban. «Das Land befindet sich weiterhin in einem desolaten Zustand.» Darunter zu leiden hätten vor allem solche Gruppen, die ohnehin schutzbedürftig seien, und Menschen, die aufgrund ihres gesellschaftlichen Engagements besonders gefährdet seien. Ihnen wolle Berlin eine sichere Zuflucht bieten.
Innensenator Andreas Geisel (SPD) erklärte: «Die Entwicklungen in Afghanistan haben uns tief erschüttert. In einer solchen Krisensituation helfen wir selbstverständlich, denn Berlin ist ein sicherer Hafen für Menschen in Not.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 14. Dezember 2021 13:22 Uhr

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