ZdK-Präsident verteidigt Reformbemühungen der Kirche

ZdK-Präsident verteidigt Reformbemühungen der Kirche

Der scheidende Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hat die Bemühungen um Reformen der Kirche nach dem Missbrauchsskandal verteidigt.

ZdK-Präsident Thomas Sternberg

© dpa

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg.

«Wir schauen kritisch auf Strukturen und verfestigte Haltungen innerhalb der Kirche, die Missbrauch begünstigen können, und wollen diese verändern», erklärte Sternberg am Freitag zur Vollversammlung der katholischen Laienorganisation in Berlin. Dies könne nur in Zusammenarbeit von Klerus und Laien gelingen.
Sternberg beklagte die «recht schwache Wahrnehmung» der politischen Positionen der Katholiken. «Es muss uns beunruhigen, wenn wir als Katholiken nur noch abgehandelt werden unter der Frage der Gottesdienste für uns als gesellschaftliche Gruppe», hielt er fest. «Aber dass offenbar niemand in den Medien zum Thema Pandemie eine kirchliche Stimme hören will, sagt das nur etwas aus über das Maß an Vertrauensverlust, dem wir uns gegenüber sehen?»
Er unterstrich in seinem vorab verbreiteten Redemanuskript die Bedeutung des Reformprozesses Synodaler Weg. Die Erfahrungen daraus müssten in die von Papst Franziskus einberufene Bischofssynode 2023 einfließen. Das ZdK halte die Einbeziehung von Laien bei der Vorbereitung für zwingend.
Das Zentralkomitee ist der wichtigste Zusammenschluss katholischer Laien. Mitglieder sind Vertreter der Diözesanräte sowie anderer Organisationen und Persönlichkeiten. Sternberg gibt das Amt des Präsidenten nach sechs Jahren ab. Die Vollversammlung soll am Freitag die Nachfolge bestimmen. Beworben haben sich die Sozialwissenschaftlerin Irme Stetter-Karp und Ulrich Hemel, Präsident des Bundes Katholischer Unternehmer. Stetter-Karp ist auch Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbands.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 19. November 2021 11:19 Uhr

Weitere Meldungen