Müllverwerter EEW: Bau von großem Klärschlammofen gestartet

Müllverwerter EEW: Bau von großem Klärschlammofen gestartet

In Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte) hat der Bau der bisher größten Klärschlammverbrennungsanlage im Norden von Berlin begonnen. Investor ist die EEW Energy from Waste GmbH (Helmstedt), die 2016 vom chinesischen Konzern Beijing Enterprises Holdings Limited gekauft worden war. In der Anlage, die 2023 fertig sein soll, können maximal 160.000 Tonnen gepresster Klärschlamm thermisch verwertet werden, wie Bernard M. Kemper als Vorsitzender der EEW-Geschäftsführung zur Grundsteinlegung sagte. Es werden demnach rund 50 Millionen Euro investiert. Der Klärschlamm soll von Kommunen aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern kommen, auch aus dem Norden Brandenburgs.

EEW

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Flaggen der EEW Energy from Waste wehen vor einer Müllverbrennungsanlage.

Hintergrund des Verfahrens ist, dass schadstoffbelasteter Klärschlamm aus Umweltschutzgründen nicht mehr auf Feldern ausgebracht werden darf. Um Medikamentenreste, Mikroplastik und andere Schadstoffe zu beseitigen, muss Klärschlamm getrocknet, gepresst und verbrannt werden. Davon profitierten auch das Grundwasser sowie die Meere, sagte Kemper. Ziel ist weiterhin, Phosphor als gefragten Rohstoff zurückzugewinnen. Laut EEW können 90 Prozent des Phosphors aus der Asche als Rohstoff recycelt werden.
EEW betreibt in Stavenhagen bereits eine Verbrennungsanlage für energiereiche Reststoffe aus Hausmüll. Der daraus gewonnene Dampf und die Energie werden zu großen Teilen in benachbarten Betrieben verwertet. Mit dem Dampf soll auch Klärschlamm getrocknet werden.
Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben rund 1250 Beschäftigte und betreibt 17 Anlagen zum Abfallrecycling in Deutschland, Holland und Luxemburg. Laut Kemper gibt es in Deutschland vor allem im Süden schon thermische Verwertung von Klärschlamm. Gebaut werde ebenfalls in Helmstedt und Stapelfeld bei Hamburg.
Im Nordosten wird auch in Rostock eine Klärschlammverwertungsanlage geplant, die etwas weniger Kapazität haben soll. Auf Rügen betreibt ein Abwasserzweckverband nur für die Insel seit 2017 eine deutlich kleinere thermische Klärschlammverwertung mit einer Kapazität von etwa 2500 Tonnen im Jahr.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 10. November 2021 14:13 Uhr

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