Keine Klarheit in Berlin über afghanische Ortskräfte

Keine Klarheit in Berlin über afghanische Ortskräfte

Das Bundesinnenministerium hat das Land Berlin angefragt, ob es 300 evakuierte Ortskräfte aufnehmen kann. Das sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales am Freitagabend auf dpa-Anfrage. «Wir wissen aber nicht, wie viele Menschen ankommen», sagte sie. Auch der Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Berlin werde ein Verteilzentrum. Das heißt: «Diejenigen die ankommen, werden registriert und untersucht. Sie werden nicht alle hier bleiben.»

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller

© dpa

Berlins Bürgermeister Michael Müller spricht bei einer Pressekonferenz.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und andere Senatsmitglieder hatten zuletzt mehrfach betont, dass auch die Hauptstadt bereit sei, diese Menschen und andere Geflüchtete aufzunehmen.
In Brandenburg kamen am Freitagmorgen 59 Ortskräfte und ihre Angehörigen aus Afghanistan an. Die Menschen sollen in der Erstaufnahme in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) wegen der Corona-Pandemie zunächst in Quarantäne bleiben, am Montag sind PCR-Tests geplant. «Wenn diese negativ sind, können die Menschen auf andere Bundesländer verteilt werden», sagte der Leiter der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs, Olaf Jansen.
Bei den Ortskräften handelt es sich um Menschen, die in Afghanistan für die Bundeswehr oder Hilfsorganisationen gearbeitet haben. Für sie besteht nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban nach Einschätzung des Westens große Gefahr für Leib und Leben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 21. August 2021 08:25 Uhr

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