Scholz: Geflüchtete aus Afghanistan nicht allein lassen

Scholz: Geflüchtete aus Afghanistan nicht allein lassen

Vizekanzler Olaf Scholz hat die Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan als bedrückende Entwicklung bezeichnet. «Es ist sehr bedrückend zu sehen, was jetzt in Afghanistan passiert», sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Montag bei einem Wahlkampfauftritt in Berlin. In dem Land würden nun viele Hoffnungen zerstört, Hoffnungen etwa auf mehr Schulbildung, mehr Frauenrechte, auf mehr Demokratie und Rechtsstaat. «Das alles geht jetzt kaputt. Das ist eine furchtbare, das ist eine schreckliche Botschaft.»

Olaf Scholz (SPD)

© dpa

Olaf Scholz (SPD).

Nun gehe es zunächst darum, Deutsche aus Kabul zu evakuieren und auch die Ortskräfte, die den Deutschen geholfen haben. Auch den Helfern, die auf andere Weise das Land verlassen und sich in Nachbarländern bei den deutschen Konsulaten oder Botschaften meldeten, müsse geholfen werden, «dass sie sich nach Deutschland begeben können». Das betreffe ebenfalls Menschen, die in Afghanistan mit Hilfsorganisationen zusammengearbeitet hätten, Journalisten oder Menschen, die sich für Freiheit, Demokratie und Frauenrechte eingesetzt haben.
«Und dann werden wir diesmal dafür Sorge tragen müssen, dass diejenigen, die darüber hinaus Schutz suchen in den Nachbarländern, nicht, wie das früher oft der Fall war, alleine gelassen werden», so Scholz. «Sondern dass wir jetzt sofort mit allen Möglichkeiten und Mitteln dafür sorgen, dass dort Integrationsperspektiven bestehen, dass man dort bleiben kann, dass man dort eine sichere Zukunft gewinnen kann.» Hier gelte es, aus früheren Fehlern zu lernen.
Scholz nannte Länder wie Pakistan, Iran, Irak und die Türkei. «Da dürfen wir nicht einfach uns unzuständig fühlen, sondern wir müssen vor Ort helfen, damit dort gute und sichere Perspektiven entstehen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 16. August 2021 21:55 Uhr

Weitere Meldungen