Umzug: Zentrum für bedrohte Sprachen künftig in Berlin

Umzug: Zentrum für bedrohte Sprachen künftig in Berlin

Sprach-Experten wechseln von der Themse an die Spree: Das Zentrum zur Dokumentation bedrohter Sprachen (ELDP) ziehe in diesem Monat von London an die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, teilte eine Akademie-Sprecherin mit. Auch ein digitales Archiv werde übernommen. Von den weltweit etwa 6500 gesprochenen Sprachen ist laut ELDP etwa die Hälfte akut bedroht, im Zuge von Globalisierung und Urbanisierung überlebten in vielen Teilen der Welt traditionelle Sprachen nicht.

Das 2002 gegründete ELDP hat den Angaben zufolge bisher rund 500 Projekte mit Stipendien unterstützt, um Sprachen weltweit zu dokumentieren. Für die nächsten Jahre sind demnach über 200 weitere Stipendien für Dokumentationsprojekte geplant. Es wird demnach zehn Jahre lang mit 21 Millionen Euro von der Londoner Arcadia-Stiftung gefördert. 
Bisher war das ELDP an der SOAS Universität in London angesiedelt. Diese Kooperation sei beendet worden, erläuterte die Akademie-Sprecherin. Ein wichtiger Grund für den Standort Berlin sei die Sprach-Expertise, die es in der Hauptstadt bereits in verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen gibt. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. Juli 2021 15:23 Uhr

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